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9.9.09

Regeltreue statt Compliance

In diesem Blog geht es selten um mich persönlich. Heute mache ich eine Ausnahme. Dass die Initiative für IT-Compliance in der Informations- und Datenverarbeitung in Deutschland (COMIDD) sich dafür entschieden hat, eindeutiges deutsches Synonym für den Fachbegriff Compliance zu suchen, geht auf meine Initiative zurück. Ich habe bei der Gründung der Initiative in einem Artikel auf InformationWeek.de dies angeregt und bin dankbar, dass die Mitglieder diesen Gedanken aufgegriffen haben. Mit "Regeltreue" statt Compliance wurde in meinen Augen ein Begriff gefunden, der anschaulich ist und die Sache voll trifft.

Hier die Originalmeldung der COMIDD:


COMIDD informiert

Regeltreue statt Compliance: IT-Experteninitiative definiert erstmals Alternative für Fach-Anglizismus
09.09.08

Im Juli hat die Initiative für IT-Compliance in der Informations- und Datenverarbeitung in Deutschland (COMIDD) dazu aufgerufen, ein eindeutiges deutsches Synonym für den Fachbegriff Compliance zu suchen. Erstmals haben sich dabei IT-Unternehmen zusammengetan, um eine Alternative zu einem etablierten Anglizismus zu finden. Nach Ansicht der aus Journalisten bestehenden Jury umschreibt "Regeltreue" den englischen Fachterminus am Besten. Das Interesse an der Aktion war groß: Mehr als 50 Begriffe wurden von zahlreichen Einsendern vorgeschlagen.

COMIDD wollte mit der Aktion darauf hinweisen, dass die IT-Fachsprache mit Anglizismen derart überfrachtet ist, dass für viele Anwender die komplexen Themen nur noch schwer verständlich sind. Die große Resonanz zeigt, dass dieses Problem auch von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

"IT-Compliance – oder eben Regeltreue in der IT – ist ein komplexes Themengebiet, das erklärungsbedürftig ist. Viele können mit dem Begriff nichts anfangen", erklärt Michael Gießelbach, Director Storage Business Unit & Sales von HP Deutschland. "Wir hatten eine Vielzahl von Einreichungen und die Teilnehmer haben große Kreativität bewiesen. Am Ende hat mit Regeltreue ein Begriff gewonnen, der alles besitzt, was wir uns erhofft hatten: er ist schlicht, leicht verständlich und umfasst alle Bereiche der Compliance. Wir sind guter Dinge, dass sich Regeltreue als gleichwertiger Ersatz für Compliance durchsetzen wird."

Die Jury bestand aus dem freien Autor Dr. Jakob Jung, Helmut Martin-Jung, Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung und Nico Litzel, Redakteur beim Fachportal SearchStorage.de. Den Begriff "Regeltreue" hatten die Werbeberaterin Gabriele Herlitschke, gemeinsam mit ihrem Mann, dem Statistiker Karl-Heinz Herlitschke, sowie der freie Journalist Heiko Mergard eingereicht. Sie wurden auf dem Expertengipfel IT-Compliance mit einer Urkunde von den beiden COMIDD-Initiatoren Michael Gießelbach und Karsten Renz, CEO Optimal Systems, geehrt.

"Wir wissen natürlich, dass wir den Begriff Compliance nicht aus dem Sprachgebrauch verdrängen können und wollen das auch nicht", sagt Karsten Renz. "Trotzdem ist es wichtig, ein einfaches, verständliches Synonym zur Hand zu haben, das in einem Wort erklärt, was Compliance bedeutet. Die IT-Industrie muss sich stärker bemühen, ihre Lösungen und Dienstleistungen für eine breite Öffentlichkeit verständlich zu machen."

Auf dem erstmals stattgefundenen Expertengipfel IT-Compliance in Hanau diskutierten gestern mehr als 130 Fachleute, Anwender und Juristen über die Anforderungen an Regeltreue im E-Mail-Verkehr in Unternehmen. Den Impulsvortrag hielt Jörg Menno Harms, Schirmherr von COMIDD. Neben ihm sprachen der Münchner Rechtsanwalt Wilfried Reiners, Dr. Günter Knöchel, Vorstand der Pro Business GmbH, Wirtschaftsprüfer Paul Grimm, Dr. Andreas Rebetzky, Vorstandmitglied des CIOForum e.V., Hans-Peter Wolf von ACP IT-Solutions und Peter Köster, stellv. Geschäftsführer der CargoLine GmbH.

Über COMIDD:
Die gemeinsam von HP und OPTIMAL SYSTEMS gegründete Industrieinitiative COMIDD (IT-Compliance in der Informations- und Datenverarbeitung in Deutschland) will den Wissensstand zu IT-Compliance in Deutschland verbessern. Unter www.was-ist-compliance.de und www.comidd.org stellt COMIDD eine Online-Ressource bereit, auf der IT-Compliance in der Datenverarbeitung von allen Seiten beleuchtet wird. Fachbeiträge, Rechtsgrundlagen, Lösungsansätze, Best Practices, Diskussionen und offener Dialog stehen im Zentrum der Webseite. Ergänzend dazu veranstaltet die Initiative den Expertengipfel IT-Compliance. Er zeigt wie den juristischen Risiken und IT-Herausforderungen im Zusammenhang mit der Compliance begegnet werden kann, stellt Praxis- und Erfahrungsberichte vor und bietet eine interessante Expertenrunde im Talk-Format an.

20.7.09

Elektronischer Datenaustausch zur Miete

Electronic Data Interchange (EDI) ist komplex und teuer. So die landläufige Weisheit, gegen die die SoftM AG, München und die Comarch Software AG, Dresden nun ein neues Lösungsangebot positionieren. Die EDI-Lösung as a Service ECOD setzt auf Full-Service und günstigen Preis. ECOD wird als integrierte Lösung für die ERP-Systeme SoftM Semiramis und SoftM Suite ebenso wie als Service für Unternehmen mit Drittsystemen angeboten.
ECOD unterstützt alle heute gängigen Datenformate (XML, EDIFACT, IDoc, Flatfile etc.) und Standards (GS1, AKH etc.) sowie alle relevanten Dokumenttypen bzw. Nachrichtenarten (wie z.B. ORDERS, INVOIC, DESADV, RECADV). Mit ECOD lässt sich die EDI-Infrastruktur eines Unternehmens umfassend konsolidieren: Die Beziehungen zu allen Geschäftspartnern, auch die Verbindungen der Auslandsgesellschaften zu ihren jeweiligen Beschaffungs- und Absatzmärkten, lassen sich zentral managen.
ECOD zeichnet sich durch eine transparente Preisgestaltung aus; die Kosten werden je Transaktion berechnet. Die Preise pro versandtes Dokument sind nach Mengen gestaffelt. Bei einem Volumen von 100 Dokumenten/Monat beträgt der Preis ca. 0,33 Euro je Dokument, bei 1.500 Dokumenten/Monat ca. 0,17 Euro je Dokument, also etwa 250 Euro monatlich. Der Vertrieb von ECOD erfolgt über SoftM und das Semiramis-Partnernetzwerk sowie über die Comarch Software AG, die ECOD auch weiteren Zielgruppen anbietet.
Kommentar von Ralf Gärtner, Vorstand Marketing der SoftM AG: „Mit ECOD können Unternehmen in ihren Supply Chains flexibler agieren. Der Preis sucht in Deutschland seinesgleichen. Die genormte Kommunikation ist ideal für SaaS, wird aber auch Inhouse angeboten und rechnet sich sehr schnell.“

8.7.09

Oracle 11 g Middleware geht an den Start

Die Oracle 11 g Middleware setzt auf eine komplett offene Infrastruktur. Bisher ist die IT zu spezialisiert, die Heterogenität sorgt für Komplexität, Inkompatibilität. Oracle nimmt dagegen nach eigenem Anspruch die Komplexität aus der Middleware heraus und bietet eine breitere Perspektive als der Wettbewerb.
Die Kunden stellen immer mehr rich Web-Applikationen bereit. Dies ergibt eine Gelegenheit für einen standardbasierten Layer für Anwendungen. Mehr als 90.000 Kunden gibt es bereits für die Oracle Middleware. Diese zeigen eine ähnliche Kundenzufriedenheit wie bei der Datenbank. Die Entwicklungscommunity ist groß und umfasst 1,2 Millionen Mitglieder. Mehr als 5.000 Softwarehersteller setzen auf die Oracle Middleware, es gibt 40.000 zertifizierte Systemhäuser, das ist das größte Partnerökosystem bei Middleware.
Mit dem Launch von 11 g gibt es Releases der SOA Suite, JDevolper und Weblogic. Es ist die
Basis für agile Geschäftsanwendungen, intelligentes Enterprise, löst Geschäftsprobleme und deckt neue Trends ab. 11g ist komplett, integriert und dabei Best of Breed.
Enthalten sind neue Entwickler und Portal Tools, Geschäftsprozessmanagement, soziale Netzwerke, zugeschnittene Anwendungen, Identity und compliance Management, Systemkonsolidierung und Security as a Service werden abgedeckt.
11g setzt auf 64 Bit, bietet private Cloud Funktionalität und bessere Storage-Nutzung,
2.000 Entwicklungsprojekte, über 7.350 Mannjahre Programmierung flossen in die 11 g Middleware ein. 20 Adivsory Groups mit 1.000 Kunden haben Input gegeben.
11 g Middleware ist die Basis der Application Integration Architecture. Auf Oracle Open World im Oktober kommt die neue Datenbankversion 11g R2 DB, die starke Vorteile gegen IBM und andere Wettbewerber bieten soll.
In Sachen Entwickler Tools hat sich einiges getan. Es gibt nun eine einzige integrierte Entwicklungsumgebung als standardbasiertes Framework. Sie erlaubt multi-channel Rich Internet Applications, vereinte Metadaten Management Customization, offenes Anwendungslebenszyklusmanagement und kann auch teilweise eingesetzt werden.
Jdeveloper ist nun für den ganzen Middleware Stack verfügbar. Wenn eine Policy einmal definiert ist, kann sie überall verwendet werden, dank einheitlicher Metadaten.
Der Enterprise Pack für Eclipse erlaubt die Open Source Entwicklung für objektorientierte und andere Modeling Frameworks.
Das Application Development Framework erlaubt es, jedes Element der Anwendung zu definieren und verschiedene Geräte, Kontroller, Modelle, zusätzliche Browser einzubinden. Die Fusion Desktop & Mobile sorgt für die out of the Box Integration mit Microsoft Office.
Der Common Metadata Manager ist ein Browser basierter Composer, modifiziert Geschäftsregeln und Module, schließt Lücke zwischen Business und IT.
Im Application Lifecycle Management gibt es zusätzliche Funktionalität, um die Komplexität zu entkoppeln, wie Pop-up-Fenster ohne DHTML. Flash wird als Renderer genutzt mit integrierten Skin-Selektoren (dies kann das Look and Feel der Anwendung verändern, ohne in die Applikation selbst einzugreifen). Drag and Drop in der Anwendung funktioniert.
Die Datenvisualisierung ist verbessert, Karten einblenden geht über den Oracle Map Server, Ein Texteditor sorgt in der Entwicklungsumgebung für leichtere Bedienung, für jeden Bereich. So kann man Bugs ansehen, der Manager kann den Prozess kontrollieren. Mit Chat Client geht das synchronisieren im Context, testen, Sourcecode ansehen.
In Sachen Serviceorientierte Architektur (SOA) gibt es nun eine standbasierte Event and Service Infrastruktur, die schneller ist und den multi-transport Service Bus nutzt. Es gibt den
vereinten Geschäftsprozess Layer und dokumentenbasierten Workflow.
Event Processing, Activity Monitoring, Governance and Policy Management,
SCA Runtime und gemeinsamer Metadaten Layer sorgen für die Architektur Integration,
Dies ist eine echte Revolution, nämlich die Interaktion mit Layern.
Der Service Bus Weblogic ist eine Business Process Platform, mit nativem BPEL und BPMN als Enterprise scale SOA Plattform.
Das Migrieren der dokumentenbasierten Workflows ist erleichtert, weil der Stellent Server zu Java migriert wurde.
Es ist leicht möglich, Geschäftsprozesse zu orchestrieren und Services hinzuzufügen. Die Composite Apps sind wizard-gesteuert. Genehmigungsprozesse und Geschäftsprozesse sind in Echtzeit zu überwachen.

Optimales Zusammenspiel: Windows Server 2008 R 2 und Windows 7

Dr. Klaus von Rottkay, Director Business Group Server & Tools bei Microsoft Deutschland, erläutert den Zeitplan für die Markteinführung von Windows Server 2008 R 2 und Windows 7: „Ende Juli kommen beide Produkte ins Release to Manufacturing (RTM), der 22. 10. ist offizieller Verkaufsstart.“ Rottkay sieht Handlungsbedarf bei Firmen, die noch ältere Versionen verwenden, denn der Extended Support von Windows 2000 läuft aus. Er sieht einen Marktanteil von 74 Prozent in Deutschland für den Windows Server. Eineinhalb Jahre nach der letzten Version kommt nun R 2 als erste reine 64-Bit-Version.
Ein völlig neues Produkt ist der Windows Server 2008 R 2 Foundation für Unternehmen mit 3 bis 14 PCs. Als integrierte Lösung gibt es daneben den Small Business Server bis 49 PCs und für noch größere Kunden den Essential Server.
Der Foundation Server ist ein Einstiegs-Server für File-Print oder Terminal-Services. Er ist limitiert pauschal bis 15 Seats, es sind keine CALs notwendig, verfügbar ist Foundation über OEM. Laut Rottkay gibt es bei deutschen und internationalen OEMs großes Interesse an Foundation Server, weil sie damit ein neues Marktsegment erschließen können.
Der eigentliche Windows Server 2008 R 2 bietet Mehrwert bei Servervirtualisierung, der Hypervisor ist überarbeitet. Ein Connection Broker ist enthalten, was virtuelle Desktop Infrastrukturen (VDI) einfacher macht. Eine Automatisierung durch erfolgt durch eine Benutzeroberfläche (GUI) für die Powershell-Sprache, Remote Desktop Services, ASP.Net auf Server Core. Sklalierbar ist der Windows Server 2008 R 2 bis 256 Prozessoren. Viele Features nutzen Windows 7, was auf der gleichen Codebasis basiert. Bei Powermanagement gibt es einen neuen Level, die Sicherheit ist verbessert.
Die neue Funktion Direct Accesserlaubt den Zugriff auf Intranet ohne VPN. Es gibt noch einige Probleme mit Direct Access, weil es spät hinzugefügt wurde. Die Bugs werden im RTM gefixed.
Eine weitere Neuheit namens Branch Cache soll Kosteneinsparungen beim Netzwerkbettrieb ermöglichen. Branch Cache fragt dazu den hosted Cache Server ab.
Die Zweigstellensicherheit ist mit Read-only Copies besser. Es gibt eine verbesserte Integration von Remote Apps und fehlertolerante VPNs. Das Power Management ist umfassender, einzelne Cores können abgeschaltet werden, die Clients auf ein gewisses Level eingeschränkt werden, etwa in Call-Centern.
Rachel Linnemann, Windows Commercial Business Group Lead bei Microsoft, betont: „Wir haben Kunden und Entwickler in die Entwicklung von Windows 7 eingebunden.“ Windows 7 erlaubt höheres Datenaufkommen und unterstützt mehr Endgeräte. Es gibt eine optimierte Navigation, ist hochverfügbar für Unternehmen, kann schneller booten, es gibt weniger Unterbrechungen. Windows 7 ist kompatibel zu sehr vielen ISV-Anwendungen und bietet bessere Mobilität, leichtere Vernetzung und Gerätemanagement. Neu sind erweiterte Schutzfunktionen, Automatisierung durch Powershell 2.0., das Application Compatability Toolkit. Die Software für Vista läuft auf Windows 7.
Search Federation ist schneller und sucht aus Datenbanken und Sharepoint, unterstützt Open Search Protokoll mit multimedialer Ansicht.
Direct Access erlaubt Zugriff auf Unternehmensdaten von überall. Unterstützt von IP v6, Administratoren können Rechner patchen, auch wenn User nicht eingeloggt ist.
Branche Cache reduziert Datenvolumen, weil Dokumente auf lokalem Speicherplatz gesichert werden. Dies erlaubt Kosteneinsparungen und verbessert Sicherheit.
Bitlocker to go gibt es jetzt auch für USB-Sticks. Die Group Policy Richtlinien erlauben Wiederherstellung von Daten von verlorenen USB-Sticks und Notebooks und dient so der Sicherheit.
App Locker schützt Daten am PC und blockt Schadsoftware.
Windows XP für Professional und Ulimate integriert Altanwendungen in Windows 7. Multi-Touch funktioniert, was neue Geschäfts- und Marktchancen eröffnet, es sind schon Geräte verfügbar, die Steuerung durch Berührung unterstützen.
Die Taskleiste hat jetzt selbe Funktion wie Quicklauch-Bar, es gibt eine Live Vorschau von geöffneten Anwendungen und eine Contextsensitive Jumplist.
Der Zugriff auf das Netzwerk erfolgt über Smartcard mit IPsec Tunnel, die IP v6 Adressen beschränken sich auf Zielserver. Eine Funktion namens Windows P verbindet einen Computer automatisch mit dem Projektor. Hosted Desktop Anwendungen konfigurieren sich automatisch, Anwender sehen nur die Anwendungen, auf die sie Rechte haben.
Es ist einfach möglich- Web-Applikationen als Remote-Applikation zu bauen und Installer Pakete zu bauen, so dass auch ohne Windows 7 kann diese Funktion genutzt werden kann. Auch Hosted Desktops können freigegeben werden über Hyper V Clusterknoten.
Der Redirector erhöht die Skalierbarkeit, VMs werden automatisch heruntergefahren, wenn sie nicht genutzt wird.
Anfang September werden die Preise für Unternehmen kommuniziert. Einige deutsche Kunden sind teilweise jetzt schon in Testinstallationen.

E-Mail-Archivierung durch Gesetz erzwungen

Die juristischen Vorgaben sind eindeutig. »E-Mails sind seit neuestem mit Firmenimpressum zu versehen und somit dem herkömmlichen Geschäftsbrief gleichgestellt. Sie müssen in revisionssicherer Form, also grundsätzlich vertraulich, unveränderbar und jederzeit verfügbar, aufbewahrt werden«, erklärt Dr. Jens Bücking, Gründungspartner der Rechtsanwaltskanzlei Emmert Schurer Buecking. Ein nachlässiger Umgang mit E-Mails kann sich vor dem Hintergrund der Datenschutzgesetze, der kaufmännischen Sorgfaltspflichten des Managements und der Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS) als schadensträchtig erweisen.
Für elektronische Rechnungen gelten in Deutschland besondere Vorschriften, die laut einer Studie von Retarus aber von 80 Prozent der Unternehmen nicht eingehalten werden. So tickt in vielen Buchhaltungen eine Zeitbombe, die bei der nächsten Steuerprüfung ein empfindliches Loch in die Bilanz reißen kann.
Ein Unternehmen muss sicher stellen, dass E-Mails über einen gewissen Zeitraum sicher aufbewahrt werden: Als so genannte »Handelsbriefe« unterliegen E-Mails schon von Gesetzes wegen der sechsjährigen Aufbewahrungspflicht des Handelsgesetzbuchs. Darüber hinaus können E-Mails auch steuerrelevant sein und müssen dann zehn Jahre aufbewahrt werden. Hierfür gelten die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GdPDU), die seit 2002 dem Finanzamt Prüfungsrechte einräumen. »Verstöße gegen Handelsgesetzbuch (HGB), Abgabenordnung (AO) und GoBS/GDPdU können mit Zwangsgeld, Schätzung und dem Verlust von Steuervorteilstatbeständen sanktioniert werden,« erklärt Bücking.

Erhebliche Risiken

Und auch die Praxis erzwingt es zunehmend. Eine Firma, die Güter in die USA exportiert, geht ein tödliches Risiko ein, wenn sie ihre E-Mails nicht aufbewahrt. Die dortigen Gerichte gehen sofort von Böswilligkeit aus, wenn eine E-Mail unauffindbar ist. Eine Millionenstrafe ist dann garantiert. Verhältnisse wie in den USA, wo schon etliche Manager großer Unternehmen wegen gelöschter E-Mails mehrjährige Gefängnisstrafen antreten mussten und die so genannte Compliance gemäß dem Sarbanes-Oxley-Act von den Behörden eisenhart durchgesetzt wird, haben wir zwar in Deutschland nicht. Die deutschen Finanzämter haben lange damit gezögert, die GdPDU auch anzuwenden, aber jetzt ist die Schonfrist vorbei: Wer demnächst eine Steuerprüfung anstehen hat und seine E-Mails nicht ordentlich verwaltet, sollte anfangen, sich ernsthafte Sorgen zu machen. De facto kann also kein Unternehmen mehr ohne E-Mail-Archiv auskommen.
Noch immer stecken viele Unternehmen vor dem Problem der wachsenden E-Mail-Berge den Kopf in den Sand. Wenn Sie den Mitarbeitern nur einen gewissen Speicherplatz zuweisen und alles, was darüber hinaus geht, löschen, werde es schon keine Probleme geben, hoffen kurzsichtige Administratoren. Dass ein solches Verhalten erhebliche rechtliche Risiken birgt und richtig teuer werden kann, hat sich noch nicht überall herumgesprochen.
Außerdem gehen auch immer mehr Dienstleister dazu über, Rechnungen nur noch in digitaler Form zu versenden. Egal, ob Lufthansa, Telekom, 1&1 oder Vodafone: Die Rechnung per Brief hat ausgedient. Und wer glaubt, die Rechnung vom Februar im nächsten Januar auf der Site des Dienstleisters wiederzufinden, hat sich geschnitten. Selbst auf Elster, dem Online-Portal der Finanzämter, werden elektronische Dokumente nur sechs Monate aufbewahrt, und die meisten Service-Provider halten es ebenso. Die bereits übliche Form der Papierdokumentation ist zwar auch für E-Mails noch in gewissem Rahmen möglich. Ein Ausdruck von E-Mails und deren Anhängen sowie die Ablage des Papiers, wie bisher in Aktenordnern, würde aber alle Vorteile der elektronischen Kommunikation konterkarieren. Bei steuerrelevanten Dokumenten, die mit einer qualifizierten digitalen Signatur versehen sind, gibt es keine Alternativen. Hier ist per Gesetz die elektronische Archivierung vorgeschrieben. Dem Kunden bleibt gar nichts anderes übrig, als selbst für eine ordnungsgemäße Aufbewahrung des elektronischen Schriftverkehrs zu sorgen. Zu einer richtig betriebenen E-Mail-Archivierung gibt es also keine vernünftige Alternative.

Geringere Kosten durch kleinere Mailboxen

Neben diesen rechtlichen Aspekten gibt es noch ein technisches Argument für den Einsatz von E-Mail-Archivierung. Je mehr die Mail-Boxen von Microsoft Exchange oder Lotus Domino anschwellen, desto länger dauern die Datensicherungsläufe mit konkurrierenden Zugriffen und desto mehr Ressourcen in Form von Platz auf den Sicherungsmedien werden gebunden. Dies verursacht erhebliche Mehrkosten. Noch gravierender sind jedoch die stundenlangen Wiederherstellungszeiten, falls die E-Mail-Server-Datenbank komplett neu aufgebaut werden muss. Während der Wiederherstellung ist kein E-Mail-Betrieb möglich. Entlastung ist also dringend geboten und nur mit einer E-Mail-Archiv-Lösung möglich.

Betriebskosten senken

Symantec bietet die E-Mail-Archivierungs-Software Enterprise Vault an. Die aktuellen Kundengespräche zum Thema Email-Archivierung lassen laut Symantec eine optimistische Prognose zu. Dem Kunden geht es aktuell darum, mit seinen Budgets effizient zu haushalten. »Unser Lösungsansatz verspricht dem Anwender, nicht nur das Risiko für dessen wichtige Daten, sondern auch die damit verbundenen Betriebskosten zu senken«, betont Mario Hoffmann, Senior Presales Consultant und Spezialist für Archivierung bei Symantec. Die Lösung Symantec Enterprise Vault liefert dem Kunden hierzu zahlreiche intelligente Funktionen, mit denen er den Herausforderungen im Storagemanagement begegnen kann. Ein wichtiger Vorteil: Der Anwender kann mittelfristig all jene Kosten reduzieren, die mit dem Speicherbedarf in Zusammenhang stehen.
Mehrere Kunden in Deutschland, auch aus dem Mittelstand, haben bereits Projekte mit Enterprise Vault umgesetzt. Darunter sind einige prominente Namen wie die AOK oder das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu finden. Viele Kunden fangen aber gerade erst mit dem Thema an. Bei den meisten Projekten handelt es sich daher um Neuimplementierungen. Der größte Motivationsfaktor ist noch immer die Storage-Optimierung. In den vergangenen zwei Jahren hat Symantec jedoch festgestellt, dass das Thema Compliance stark an Gewicht gewinnt. Auch in Deutschland werden immer mehr Anwender von rechtlichten Zwängen und Anforderungen geleitet.
Symantec veröffentlichte Ende 2008 die Version 8.0 von Enterprise Vault und Anfang April 2009 das erste Service Pack dazu. Kunden, die in Wartung sind erhalten die neue Software kostenfrei, die Partner nutzen die neuen Funktionen von Enterprise Vault um Dienstleisungspakte für Upgrades zu positionieren und sind damit zum Teil sehr erfolgreich. Ein anderer Punkt ist das Thema Migration von Mailservern, sei es von Exchange 2000 zu Exchange 2007 oder von Lotus Domino/Novell Groupwise nach Exchange und umgekehrt. Mit der Mailarchivierung lassen sich Migrationsrisiken reduzieren und die Migrationszeiten optimieren. Das Konsolidierungspotenzial ist übrigens generell mit der Einführung einer solchen Lösung gegeben und ist in fast allen Szenarien ein Thema.
Dr. Peter Röscher, Leiter Enterprise System Solutions bei dem Systemhaus GID GmbH, sieht E-Mail-Archivierung als ein Lösungsgeschäft, der mit einem hohen Beratungsanteil verbunden ist. Die Produkte müssen individuell nach den Bedürfnissen und der vorhandenen IT-Infrastruktur angepasst werden. GID kooperiert bei E-Mail-Archivierung mit den Herstellern Symantec und Autonomy. »Primär geht des den Kunden darum, ihre E-Mails rechtskonform zu archivieren. Darüber hinaus lautet das Ziel, Speicherkapazitäten von Mailsystemen zu entlasten und die diversen PST/NSF-Dateien in einem Archiv zusammenzuführen«, berichtet Röscher.
Auch IBM ist nicht untätig und hat ein spezielles IBM Angebot zur Email-Archivierung für Lotus Domino und Microsoft Exchange im Portfolio. Das Angebot beinhaltet ein Komplettpaket von Server, Speicherhardware und Software und bietet damit alle Komponenten, die für eine zuverlässige und gesetzlichen Anforderungen entsprechende Archivierung von Emails nötig sind. Rund um das Angebot hat IBM diverse Servicepakete für Beratung, Installation und Outsourcing geschnürt. Es ist zu einem Festpreis für 100 und 250 User verfügbar. Der Einstiegspreis beträgt etwa 20.000 Euro.

Appliance oder Hosting als Alternativen

Es bleibt aber immer noch genügend Raum für Alternativangebote, die für kleinere mittelständische Unternehmen eher geeignet und preisgünstiger sind.
Hier gibt es grundsätzlich zwei Ansätze: Die Archivierungs-Software in einer gebrauchsfertigen Appliance, also fertig konfigurierter Software in einem Hardware-Gehäuse, ausliefern, die ohne große Umstände in Betrieb genommen werden kann oder seine ganze Mail an einen Hosting-Provider auslagern, der sich dann um die ordnungsgemäße Archivierung kümmert.
Gehostete Lösungen machen laut den Analysten der Radicati Group schon 29 Prozent der Angebote bei E-Mail-Archiven aus. Allerdings ist diese Zahl auf die USA bezogen und dürfte in Deutschland erheblich geringer ausfallen. Der von Radicati angegebene Marktanteil von Appliances in Höhe von 20 Prozent dürfte dagegen auch auf die hiesigen Verhältnisse übertragbar sein.
Eine solche Appliance hat beispielsweise der schwäbische Hersteller Sfbit im Angebot. Das Reddox Mail Depot wird über den Distributor TLK vertrieben und bietet eine automatische, revisions- und manipulationssichere Archivierung aller E-Mails. Außerdem erlaubt das Produkt die problemlose Wiederherstellung von versehentlich oder vorsätzlich gelöschten E-Mails und entlastet den E-Mailserver durch Auslagerung der E-Maildateien. Der Nutzer kann Viren- und Spamfilter gemäß seinen Bedürfnissen einbauen. Die bedeutet einen Zeitgewinn für User und Administratoren durch benutzerfreundliche Zugriffsmöglichkeiten auf archivierte E-Mails. Das Reddoxx MailDepot bietet für diese komplexen Anforderungen eine kostengünstige Möglichkeit zur permanenten Archivierung aller E-Mails, die der Mailserver empfängt oder versendet.
Das Archiv wird in den Mailflow zwischen Firewall und Mailserver integriert. Dadurch ist die Umgehung der Archivierung durch Anwender ausgeschlossen, was den Verantwortlichen eine Zentnerlast von den Schultern nimmt. Denn es der Willkür der Angestellten zu überlassen, was archiviert werden soll und was nicht, heißt dem Missbrauch Tür und Tor öffnen.
»Unsere Appliance läuft sowohl mit Lotus Domino als Microsoft Exchange. Die Installation ist schnell durchführbar und nicht sehr komplex, sollte aber dennoch von einem Fachhändler durchgeführt werden«, erklärt Rolf Wensing, Leiter Vertrieb und Partnermanagement bei der SfbIT GmbH. Die Geräte kosten je nach Ausstattung und Nutzerzahl zwischen 790 und 9.000 Euro. Es gibt auch eine reine Software-Lösung als Vmware-Appliance.
Einen anderen Weg beschreitet die Firma Rent-a-Brain, die ihr E-Mail-Archiv iMarc als Software as a Service anbietet. Dieser Weg, die Software nicht mehr lokal zu installieren, sondern bei einem Dienstleister in dessen Rechenzentrum laufen zu lassen und zu mieten, setzt sich zunehmend durch. Imarc wird etwa beim Münchner Internet-Provider Spacenet verwendet. SpaceNet archiviert auf Wunsch alle ein- und ausgehenden Unternehmens-E-Mails.
Für eine solche gehostete Lösung sprechen die Kostenvorteile, weil Wartung entfällt, und die Entlastung des Kunden, der sich um nichts kümmern muss und trotzdem sicher sein kann, alle Auflagen zu erfüllen und jederzeit auf alte Mails zugreifen zu können.

2.7.09

Unified Communications treffen oft auf Hindernisse

Bei Unified Communications (UC) geht es Unternehmen neben der Reduzierung der Kosten in erster Linie um die Steigerung der Mitarbeiterproduktivität. Allerdings können Probleme bei Implementierungen auftreten und ohne entsprechende Management-Technologien ist es nicht möglich, den potenziellen ROI der Investitionen zu messen.
Die Einführung von Unified Communications Umgebungen wird oft durch unvorhergesehene Hürden verzögert, so eine Studie von NetIQ. Als größtes Hindernis gaben 63 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass es schwierig sei, die Mitarbeiter an die Nutzung von UC-Technologien heranzuführen. Wenn es Unternehmen jedoch nicht gelingt, die Unterstützung der Mitarbeiter zu gewinnen und sie zur Nutzung entsprechender Systeme zu bewegen, können die mit der Integration von E-Mail-, Messaging- und Telefonsystemen verbundenen Vorteile nicht realisiert werden, so dass der wirtschaftliche Erfolg von Investitionen in UC-Implementierungen beeinträchtigt wird.
Um die Benutzerakzeptanz von UC-Systemen zu fördern, sollten Unternehmen Trends beim Einsatz entsprechender Applikationen kontrollieren und messen. Nur so kann die Entwicklung der Nutzungsquote effektiv verfolgt und verbessert werden. Allerdings gaben lediglich sechs Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass sie planen, solche Parameter zu überwachen und zu messen. 19 Prozent antworteten, dass sie keine Strategie verfolgen, mit der die Akzeptanz der Anwender beim Einsatz von UC-Lösungen sichergestellt werden kann. Dies hat zur Folge, dass IT-Administratoren nicht in der Lage sind, Produktivitätsdaten zu erfassen und die Qualität des Benutzererlebnisses (QuE – Quality of Experience) zu optimieren. Dabei können IT-Administratoren mit den richtigen Tools nicht nur den Management-Lifecycle vereinfachen, sondern verfügen auch über Überwachungs- und Berichtsfunktionen, mit deren Hilfe sie die Kosten ihrer UC-Investitionen rechtfertigen können. 43 Prozent der Unternehmen haben noch nicht ermittelt, ob ihr Netzwerk tauglich ist, Unified-Communications-Technologien in Echtzeit zu unterstützen. 33 Prozent haben Bedenken, ob ihre bestehende Netzwerkinfrastruktur in der Lage ist, den zusätzlichen Anforderungen durch UC-Implementierungen gerecht zu werden. 50 Prozent der Umfrageteilnehmer setzen aus Kostengründen keine Management-Lösungen ein.
47 Prozent gehen davon aus, dass sie nicht über das erforderliche Know-how verfügen, um entsprechende Managementtechnologien zu implementieren und zu warten.
87 Prozent der Befragten nannten E Mail und Messaging als primäre Komponente ihrer Unified-Communications-Strategie, gefolgt von VoIP/Sprachtelefonie (65 Prozent) und mobilen Services (64 Prozent). 73 Prozent nannten Microsoft als bevorzugten Anbieter von UC-Lösungen.

1.7.09

Storage testen

Mit einem neuen Test Center will die TIM AG Endkunden und Systemhäuser bei der Wahl eines Storage Systems unterstützen. Der Wiesbadener Storage-Spezialist und Value Added Distributor TIM AG hat sein TIM Storage Solution Center »TSSC« erweitert. Mit VPN-Technologie ausgestattet kann das TSSC von Partnern und ihren Endanwendern auch unabhängig vom jeweiligen Standort zeit- und kostensparend genutzt werden.
Im Fokus des TIM Storage Solution Centers stehen themenbezogene, herstellerübergreifende und produktspezifische Schulungen, Workshops sowie Live-Demos zu aktuellen Technologien wie Storage-Infrastruktur (SAN/NAS/iSCSI), Storagekonsolidierung und Virtualisierung, Storage Security, Backup/Restore/Desaster Recovery & VTL-Lösungen. Weitere Themen sind Hochverfügbarkeit und Ausfallsicherheit im Rechenzentrum, Daten De-Duplizierung, Email- und Filearchivierung sowie automatisiertes Storage-Management in virtualisierten Serverumgebungen. Dabei werden Lösungen der Hersteller BakBone, CA, CommVault, DataDomain, EMC, Emulex, FalconStor, icomasoft, NetApp, Overland, Qlogic, Quantum, SUN und Symantec präsentiert.
»Der große Nutzen für unsere Partner besteht in der Möglichkeit, unser umfassendes und Hersteller-übergreifendes Storage Portfolio live kennenzulernen und mit den TIM Consultants unterschiedliche Storage Lösungs-ansätze zu evaluieren.
Das TSSC forciert den praxisnahen Erfahrungsaustausch und den gesamt-haften Blick auf mögliche Lösungswege. Damit wird den Partnern zu einem Mehr an Planungssicherheit bei künftigen Projekten und Entscheidungen verholfen«, so Jörg Eilenstein, Vorstand von TIM.

Potenzial externer Spezialisten nicht ausgeschöpft

Der Einsatz von IT-Freiberuflern ist heute in vielen Unternehmen ein integraler Bestandteil ihrer Sourcing-Strategie. Allerdings werden die Externen oft nicht gut genug eingearbeitet, ihr Know-how ungenügend genutzt.
Beim Einsatz von freiberuflichen IT-Spezialisten besteht noch ein erheblicher Bedarf, das Potenzial besser auszuschöpfen, so eine Studie, die Berlecon Research im Auftrag der Hays AG durchgeführt hat. Jedes zweite befragte Unternehmen nutzt regelmäßig Externe und bei 25 Prozent sind sie bereits fest in die IT-Planung integriert. Bevorzugt werden externe IT-Spezialisten für kleine, überschaubare Projekte mit geringerem Einfluss auf das Kerngeschäft beauftragt.
Beim Management der externen IT-Spezialisten spielen die IT-Leitung und die IT-Fachbereiche die zentrale Rolle. Jedoch zeigen die Studienergebnisse eine zunehmende Bedeutung der Beschaffung auf. So spricht der Einkauf heute in nahezu jedem dritten befragten Unternehmen bei strategischen Entscheidungen zum Sourcing Management mit. Der Einfluss steigt, je mehr Externe im Einsatz sind. »Mit der Anzahl der Externen im Einsatz wachsen auch die Anforderungen an eine Professionalisierung der Sourcing-Prozesse. Vor allem größere Unternehmen binden zu diesem Zweck verstärkt ihren Einkauf ein«, kommentiert Dr. Andreas Stiehler, Director bei Berlecon Research.
Um das Management der externen IT-Spezialisten zu professionalisieren, setzen Unternehmen feste Regelungen und standardisierte Prozesse um. Allerdings zeigt die Studie, dass noch erhebliche Optimierungspotenziale bestehen. Insbesondere beim Know-how-Transfer (59 Prozent) sowie bei der Einarbeitung und Integration der Externen (43 Prozent) sehen die Befragten einen mittleren bis hohen Optimierungsbedarf. Speziell in diesen Bereichen sind die Prozesse bislang am wenigsten geregelt und standardisiert.
Bei der Professionalisierung der Sourcing-Prozesse lassen sich viele Unternehmen von Personaldienstleistern unterstützen. Diese werden bislang vornehmlich für die Suche und Auswahl der externen IT-Spezialisten genutzt. »Die Ergebnisse deuten an, dass viele Unternehmen eine ganzheitliche Optimierung ihrer Sourcing-Prozesse anstreben und hierbei auf eine stärkere Zentralisierung setzen«, bilanziert Stiehler. Er verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass Third-Party-Management-Ansätze, bei denen die Steuerung aller nicht-strategischen IT-Lieferanten durch einen einzigen Dienstleister erfolgt, heute schon realisiert werden.

29.6.09

IBM erweitert grüne Initiativen

IBM hat neue Partnerschaften vorgestellt, die den wachsenden Bedarf an energiesparenden IT-Lösungen zum Ausdruck bringen.
Rich Lechner, IBM Vice President Energy and Environment, erklärt: »Mit den neuen Ankündigungen signalisiert IBM ein Partnerschaftsangebot für jeden Schritt auf diesem Weg.«
IBM hat eine neue Branchenallianz mit Vertretern aus dem Bereich Messtechnik, Überwachung, Automation, Datenkommunikation, Software und Analyse gegründet, die intelligentere Lösungen für den Umgang mit Energie, Wasser, Abfall und CO2 entwickeln soll. Gründungscharta-Mitglieder der »Green Sigma«-Koalition sind Johnson Controls, Honeywell Building Solutions, ABB, Eaton, ESS, Cisco, Siemens Building-Technologies-Division, Schneider Electric und SAP. Die Mitglieder arbeiten gemeinsam mit IBM, um Produkte und Services mit der IBM Green-Sigma-Lösung zu verzahnen.
Green Sigma ist eine IBM Lösung, die die Lean-Six-Sigma-Prinzipien auf Energie, Wasser, Abfall und CO2 quer durch den Unternehmensbetrieb anwendet. Dies betrifft Transportsysteme, Rechenzentren, Fertigungs- und Distributionszentren, Büros, Verkaufsflächen, Forschung und Entwicklung. Die Lösung erlaubt Echtzeit-Messung und -Überwachung mit modernen Analyseinstrumenten und Kontrollsystemen, die Kunden bessere Entscheidungsgrundlagen liefern können zu ihrem Energie- und Wasserverbrauch sowie zu ihrem Abfall- und CO2-Aufkommen.
Außerdem hat IBM Research eine neue Langzeitforschungsinitiative vorgestellt, um die nächste Generation wiederaufladbarer Akkumulatoren zu schaffen. Ziel ist dabei die Entwicklung von Akkus, die bis zu zehnmal so viel Energie speichern können sollen wie die derzeit leistungsstärksten Lithium-Ionen-Akkus. Eine solche Technologie könnte in vielen Bereichen enorme Fortschritte erzeugen, etwa bei intelligenteren Stromnetzen und dem Einsatz von Elektroautos. Wichtig dabei ist die Expertise der IBM Forscher bei Materialwissenschaften und Nanotechnologie, um ein effizientes Speichernetzwerk für elektrische Energie zu schaffen.

Compuware mit erweitertem Partnerprogramm

Compuware stellt sich strategisch neu auf. Das Unternehmen hat seine Geschäftsbereiche Application Testing und Automated Software Quality an Micro Focus verkauft und will sich nun auf das Kerngeschäft IT Service Management konzentrieren. Dazu sollen Partner helfen. Das Compuware Partner Programm bietet neue Trainingsprogramme und kollaboratives Marketing Anwendungsperformance bei ihren Kunden zu unterstützen. Maurice Groeneveld, Compuwares Geschäftsführer und Vice President Central Europe, erklärt: »Wir haben nun die Partnerstufen Silber, Gold und Platin eingeführt. Dies soll unseren Kunden mehr Transparenz schaffen.« Unterstützt wird dies vom Produktstart von Vantage 11. »In der jetzigen Zeit ist ein kurzfristiger ROI entscheidend. Wir können mit Vantage 11 einen ROI in sechs bis zwölf Monaten erreichen«, berichtet Groeneveld. Eine Effizienzsteigerung von bis zu 30 Prozent sei möglich. Vantage 11 bietet eine komplette End-to-End Übersicht der gesamten IT-Infrastruktur und allen Arten von Anwendungen und bietet somit einen direkten Weg für Business Service Delivery. Die IT-Verantwortlichen werden dabei mit allen notwendigen Informationen versorgt, um die Geschäftsanforderungen zu erfüllen.
Die neue Version bietet ein Performance-getriebenes Service-Modell, das ein klares Bild von der Beziehung zwischen der IT-Infrastruktur und den unterstützten kritischen Geschäftsprozessen aufzeigt. Außerdem sind umfassende Performance-Analysen möglich, um die Lücke zwischen high-level Dashboards und detaillierten Instrumenten zur Fehlerdiagnose zu schließen.

25.6.09

Citrix und Microsoft bilden V-Alliance

Microsoft und Citrix haben die Virtualization-Alliance für den Ausbau der Desktop- und Servervirtualisierung im gemeinsamen Channel geschlossen. Unausgesprochenes Feindbild ist VMware.
Microsoft und Citrix Systems kooperieren weltweit bereits seit 20 Jahren im Bereich der Anwendungs- und Desktopvirtualisierung. Mit der V-Alliance (www.v-alliance.de) startet ab sofort im deutschen Markt ein Pilotprojekt der Microsoft Deutschland GmbH und Citrix Systems GmbH, die die Partnerschaft auf lokaler Ebene in allen Bereichen der Virtualisierung und in einem gemeinsamen Partnerrecruitment stärken soll.
Beide Unternehmen bauen mit der V-Alliance die Server- und Desktop-Virtualisierung weiter aus.
Die ersten Initiativen zielen auf die Zusammenarbeit im Partnerkanal ab:
Geplant ist eine Channel-Roadshow von Juli bis September 2009. Die Roadshow startet in München und wird durch sechs deutsche Städte führen. Sie soll Citrix- und Microsoft-Partnern die Vorteile der gemeinsamen Virtualisierung aufzeigen, und den Transfer von Know-how im Bereich Desktop- und Servervirtualisierung sowie die Möglichkeit für intensives Training der Händler eröffnen.
Weiterhin sind gemeinsame technische Workshops zur Channel-Ausbildung in der Mache, bei denen Systemhäuser eine »Virtualization Competence« Zertifizierung erwerben können. Im Rahmen eines Online-Kongresses, der im Juli stattfindet, werden die Technologien von Citrix und Microsoft dem gemeinsamen Partnerkanal präsentiert.
Unternehmen, die Microsoft Windows Server 2008 Hyper-V als Virtualisierungsplattform einsetzen, profitieren von der V-Alliance besonders: Durch den Erwerb von Citrix Essentials für Hyper-V lassen sich beispielsweise zusätzliche Management-Funktionen für die Microsoft-Plattform nutzen. Damit unterstützen Citrix Systems und Microsoft Unternehmen aller Branchen dabei, ihre Rechenzentren kontrollierbar, skalierbar und flexibel zu unterhalten – unter Berücksichtigung bestehender Investitionen.
Karl-Heinz Warum, Geschäftsführer Deutschland und Senior Area Vice President Central Europe, Citrix Systems GmbH, erklärt: »Die V-Alliance ist keine Revolution, sondern eine sanfte Evolution.« Das Management von Virtualisierung werde immer wichtiger, die Themen komplexer. »Es geht darum, die Komplexität rauszunehmen und das erfordert einen kompetenten Channel.« Bei Drittanbietern würden die Systemhäuser oft allein gelassen, bei Microsoft und Citrix gebe es dagegen seit zehn Jahren keine Probleme in der Kooperation mit Partnern, so die Einschätzung von Warum. Es gehe darum, die Voraussetzungen für erfolgreiche zu schaffen, ohne Rückfragen, mit klaren Zuständigkeiten seitens Microsoft und Citrix und einer Feinabstimmung bei tiefe technischen Fragen und im Support. »Wir wollen die Partner-Basis für Großprojekte fit machen. Es kann beim Management von virtuellen Umgebungen einiges schiefgehen, und unzufriedene Kunden können wir uns nicht leisten«, erklärt Warum. Microsoft bringe große Expertise, die Initiative ist auf Wunsch der Partner gestartet worden. Warum scheut auch nicht vor Kritik an seinen Resellern zurück: »Es gibt ein Manko in Deutschland. Die Händler stellen keine kritischen Fragen beim Kunden. Sie müssen strategischer denken und eine End-to-End Betrachtung anstellen«. In Osteuropa seien die Systemhäuser in dieser Hinsicht schon weiter fortgeschritten.
Für Robert Helgerth, Direktor Mittelstand & Partner und Mitglied der Geschäftsleitung der Microsoft Deutschland GmbH, steht die V-Alliance für ein engeres und näheres Zusammentreten, weil Partnerschaft zwischen Microsoft und Citrix sehr gut funktioniert. In Deutschland haben sich bereits 80 Partner auf Systemmanagement spezialisiert. Weitere Systemhäuser will Microsoft gewinnen, etwa 80 bis 100 Partner im Virtualisierungsumfeld in nächsten sechs Monaten sind geplant. »Es gibt ohnehin schon 99 Prozent Überlappung bei der Partnerbasis von Microsoft und Citrix,« so Helgerth. Es komme darauf an, eine End to End Betrachtung für Kundenberatung anzustellen. Der
Content für Trainings und die Support-Strukturen werden jetzt vorbereitet. Hyper-V und Citrix Essentials ergänzen sich, man müsse
Lösungskomponenten vermitteln. »Microsoft Deutschland will generell enger mit ISVs zusammenarbeiten, Citrix bringt uns einen substantiellen eigenen Channel«, betont Helgerth. Deutschland ist Vorreiter bei der V-Alliance, um die Best Practice in den Ländern testen.
»Die Partner erwerben in der V-Alliance Kompetenzen, es ist aber keine Zertifizierung geplant. Die Rekrutierung erfolgt unter zwei Aspekten. Unsere Partner verkaufen oft Wettbewerbsprodukte und fragen nach Abstimmung. Zum zweiten gehen wir auch direkt an Partner, die mit dem Mitbewerb arbeiten und wollen sie zu und herüberziehen«, erklärt Helgerth. Aufgabe der Partner sei es, den Kunden gut zu beraten.
Deswegen die Systemhäuser ihre müssen Kompetenzen erweitern.
Die Distributoren werden bei der V-Alliance bei den Trainings eingebunden, da sie ohnehin Citrix Authorized Learning Center sind. Helgerth erhofft sich einiges von der Zusammenarbeit: »Die Citrix-Spezialdistributoren bringen eine höhere Kompetenz mit als die Broadliner.«
Zunächst sind bei der V-Alliance sechs Roadshows an Microsoft Standorten geplant. Mit Diskussionen und Follow-up-Trainings soll ermittelt werden, welche Komponenten die Teilnehmer besonders interessieren.
Webinare dienen den für den tieferen Einstieg, wobei sowohl der Lösungs- und als auch Verkaufsüberblick im Mittelpunkt steht.

Virtualisierung und Storage in einem Schritt

Die Vossloh AG mit Sitz in Werdohl ist Produzent für Bahn- und Schienentechnik.
2008 erwirtschafteten die insgesamt knapp 4.700 Mitarbeiter einen Gesamtumsatz von über 1,2 Milliarden Euro. Anfang 2009 entschied sich der Konzern für eine auf Virtualisierung basierende IT-Infrastruktur. »Wir wollten den Hardwarebestand
deutlich reduzieren, konsolidieren und modernisieren«, sagt Uli Konrad, IT-Leiter der Vossloh AG. Zudem war geplant, das Zeitfenster für den Backup-Vorgang zu halbieren und die Kapazität der Festplatten mindestens zu verdreifachen. Der Zeitpunkt passte ideal: Der Leasingvertrag für die bestehenden Server lief aus, die Einführung des neuen Enterprise-Content-Management Systems (ECM) stand kurz bevor und die zunehmenden Engpässe in der Speicherkapazität verursachten einen immer größer werdenden Administrationsaufwand.
Im Vorfeld der Ausschreibungsphase erarbeitete Uli Konrad ein Anforderungsprofil für die neue IT-Infrastruktur, das klare Vorgaben enthielt: Unter anderem favorisierte
die Vossloh AG die NetApp-Technologie für die geplante Storage-Lösung.
In der Hardware-Ausschreibung setzte sich Fujitsu-Siemens-Computers gegen Wettbewerber IBM durch. Der Hersteller empfahl für die Projektumsetzung
seinen zertifizierten Partner ARGE hellweg data GmbH & Co. KG (ahd), der nach vielen vergleichbaren Virtualisierungsprojekten mit NetApp-Anbindung über bewährtes
und ausgezeichnetes Praxis-Knowhow verfügt. In den Vorgesprächen bestätigte das Werler Systemhaus die Vorschusslorbeeren von FSC und erhielt den Zuschlag des MDAXKonzerns.
Die Mischung aus Knowhow, transparenter Angebotsgestaltung und exzellenten Zertifizierungen in den erforderlichen Bereichen VMware und NetApp überzeugten. Uli
Konrad: »Die ahd punktete durch ihre Flexibilität, die sie schon in der Bieterphase
zeigte, die hohe Kompetenz der Consultants und nicht zuletzt wegen
des fairen Preises.«
Die ahd-Consultants empfahlen für die Projektumsetzung die sanfte Migration
auf eine VMware-Infrastruktur. Bei Bedarf wird die Festplattengröße
der virtualisierten Server im Handumdrehen erweitert, selbst das
Anlegen eines neuen Servers beansprucht nur wenige Minuten.
Die VMware-Umgebung wird von einem NetApp Fabric-Metro-Cluster als zentrale
Storagelösung gesichert. Die integrierte Snapshot-Funktion bürgt
für die zuverlässige und solide Datensicherung, die mit extrem kurzen
Wiederherstellungsintervallen arbeitet.
Andreas Rother, Geschäftsführer der ahd: »Snapshot erstellt binnen
Sekunden eine komplette Sicherungskopie der Daten. Diese Blitzaufnahme
erfolgt zu einem bestimmten, gewählten Zeitpunkt – und das unabhängig
von der Volume-Größe oder der Belastung des NetApp Storage-Systems.«
Die sanfte Migration auf die neue Infrastruktur verlief reibungslos innerhalb der vorgegebenen drei Wochen – und ohne Störung von Betriebsabläufen.
Uli Konrad: »Die ahd-Consultants haben die Umsetzung voll an
unsere Betriebsabläufe angepasst. Die angeschlossenen Clients haben
in ihrer gewohnten Umgebung störungsfrei weiterarbeiten können und
lediglich den Performance-Gewinn der neuen Systemlandschaft registriert«.
Die Blade-Server-Technologie von FSC unterstreicht die Zukunftssicherheit
der IT-Infrastruktur. »Blade-Server erlauben eine flexible Skalierbarkeit
der Kapazität«, berichtet Andreas Rother. »Das ist ein System, das mit
den Ansprüchen eines Unternehmens wächst.« Werden zusätzliche
Kapazitäten benötigt, schalten Uli Konrad und sein Team einfach einen
weiteren physikalischer Server als Blade in das Rack. Mit der neuen ITInfrastruktur
ist die Vossloh AG bestens für die zukünftigen Herausforderungen
gerüstet. »Alle unsere Erwartungen wurden erfüllt und teilweise
sogar übertroffen«, resümiert Uli Konrad.

Bundles aus Storage-und Servervirtualisierung gefragt

Der Distributor Magirus sieht Virtualisierung als Zukunftsgeschäft für Systemhäuser. Speziell im Mittelstand könnten Systemhäuser mit Bundle-Angeboten punkten. Ulrich Hampe, Country Manager, Magirus Deutschland, lässt sich nicht ins Bockshorn jagen: »Die konjunkturelle Lage ist fraglos kritisch, dennoch sind wir optimistisch. Gerade bei IT-Konsolidierungsthemen, in den Bereichen Storage, Virtualisierung und Daten-Deduplizierung gibt es nach wie vor eine starke Nachfrage.«
Derzeit hat Magirus im Storage-Bereich die Hersteller EMC, DataCore, FalkonStore und Commvault im Portfolio.
In den letzten zwölf Monaten dazugekommen sind Northern, Brocade/Foundry und Data Domain.
Zur aktuellen Nachfragesituation bemerkt Hampe: »Ganz klar ist Kostensenkung immer ein Thema. Daneben wollen unsere Business Partner Lösungen, die Storage administrierbar machen. Außerdem sind Virtualisierung und Dedupluzierungslösungen gefragt.«
Der Kunde habe vor allem das Bedürfnis, seine Investition noch im gleichen Geschäftsjahr zu amortisieren. Bundles sind vor allem für den Mittelstand interessant, da sie einen schnellen Einstieg zu geringen Kosten bei gleichzeitig enorm reduziertem Administrationsaufwand bieten.
In Deutschland ist laut Hampe die Nachfrage nach Beratung und Implementierung derzeit noch zöglich, aber mit Avocent, VMware und den ehemaligen PlateSpin-Produkten, jetzt Novell, sei Magirus hier gut positioniert.
Der Distributor veranstaltet sogenannte »Business Break Fasts« in ganz Deutschland direkt beim Reseller sowie Presales-Workshops und spezielle Events für Hoster und Service Provider.
Besonders zukunftsträchtig für Fachhändler ist speziell im SMB Bereich das Thema Virtualisierung. »Hier sind vor allem Bundles aus Storage-und Servervirtualisierung gefragt«, erklärt Hampe. Bei großen Unternehmen und Konzernen sind Managed Service Modelle ein Top Thema.

22.6.09

Ein Fünftel spart bei der Sicherheit

Auch wenn die Sachzwänge und Sicherheitsrisiken nicht geringer werden, sehen viele Unternehmen angesichts der wirtschaftlichen Situation die Notwendigkeit, ihre Security-Budgets einzuschränken. Auch Sicherheit ist nicht immun gegenüber der Rezession, so die Studie »Strategic Security: A Struggle For Balance« der US-InformationWeek. 19 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihre Budgets für Security nach unten fahren. Dabei gibt es neue Herausforderungen und Bedrohungen. Vor allem in Hinsicht auf Compliance müssen Gesetze und Vorschriften besser beachtet werden, sonst drohen hohe finanzielle Risiken durch Strafen und verlorene Gerichtsprozesse. Auch Cloud Computing wirft ungelöste Sicherheitsfragen auf. Eine sinnvolle Lösung ist es hier, dass die Anbieter von Software as a Service und Cloud Computing sich gegenüber dem Kunden vertraglich verspflichten, ihre Angebote durch unabhängige Sicherheitsdienstleister regelmäßig zertifizieren zu lassen.
Dabei sinkt das Vertrauen der Sicherheitsverantwortlichen in bisher bewährte Techniken: So sehen nur noch 45 Prozent in der Zugangskontrolle für physische Medien eine sehr effektive Methode (Vorjahr 57 Prozent). Auch der Glaube an andere Mechanismen wie Diskverschlüsselung, einen speziell gesicherter Zweitstandort, Backupverschlüsselung und Dateiverschlüsselung hat abgenommen.
Best Practices wie der Einsatz von Antivirus-Software sind zwar grundsätzlich sinnvoll, da der Anforderungskatalog für diese Best Practices aber von Juristen geschrieben wird, sind diese in der Praxis nicht ausreichend.

14.5.09

Die IT-Flatrate kommt

Der Software-Anbieter Kaseya hat sich vorgenommen, deutschen Fachhändlern das Konzept der IT-Flatrate nahezubringen. Die Kunden sollen eine Monatsgebühr für ein komplettes Paket mit Dienstleistungen rund um Hardware, Software und Services zahlen.
Bei Telefon und DSL sind Flatrates schon längst etabliert. Die beiden Kaseya-Geschäftsführer Thomas Hefner und Alexander Lodenkemper, beide ehemals bei Maxdata beschäftigt, wollen das Konzept der IT-Flatrate jetzt auch deutschen Systemhäusern vorstellen. Kaseya liefert eine Software-Plattform für die IT-Automatisierung, die Reseller dazu benutzen können, gehostete Managed Services für ihre Kunden vorzustellen.
Die Kaseya-Plattform automatisiert die Installation und Verwaltung von IT-Infrastrukturen. Sie integriert Funktionen für die Systemverwaltung in einem zentralen Softwaretool und ersetzt die meisten sich wiederholenden Aufgaben eines IT-Dienstleisters durch automatisierte Prozesse. Dieser kann sich so seinen Hauptaufgaben widmen und beispielsweise individuelle Abläufe im System definieren, die die Einhaltung behördlicher Vorschriften oder die Umsetzung unternehmenseigener Sicherheitsrichtlinien gewährleisten. Anwender können sich dabei einer zentralen webbasierten Oberfläche bedienen, die über verschlüsselte Verbindungen mit allen zu verwaltenden Systemen interagiert.
Die Kaseya Managed Solution Provider Edition richtet sich speziell an Managed Service Providers (MSPs), die sich ein vollständiges und ganzheitliches Bild von den IT-Umgebungen ihrer Kunden machen müssen. Die Lösung bietet den MSPs ein wirtschaftliches Instrument für das proaktive Systemmanagement. Mit der dezentralen, automatisierten Technologie können die MSPs alle Kundennetze wie eine einzige Umgebung darstellen, was grundlegende administrative Aufgaben vereinfacht und einheitliche Verfahren bei der Bereitstellung der Services gewährleistet.
Zu den Bestandteilen zählen die Automatisierung der folgenden Services: Rechnerbestand / Audit, Remote Desktop Management / Remote Support, Patch Management, Netzwerküberwachung, Windows Event Monitoring, Software-Einführung / Update, Helpdesk / Fehler-Tickets, Umsetzung der Netzwerk-Policy, Backup and Disaster Recovery, Ganzheitliche Reports, Sicherheitsfunktionen, Web-basierte Administration und Bereitstellung von Applikationen/ Services.

30.4.09

IBM setzt auf dynamische IT-Infrastrukturen

IBM hat eine Reihe von neuen Produkte und Services vorgestellt, die IT-Infrastrukturen anpassungsfähiger und flexibler machen. Der Fokus liegt auf Kostensenkung und Nachhaltigkeit. Ein Teil der heute vorgestellten Produkte und Services wurde auch unter Mitwirkung des deutschen IBM Entwicklungs- und Forschungslabors in Böblingen vorbereitet. Das neue Infrastrukturkonzept betrifft nicht nur die Rechenzentren, sondern die gesamten Gebäude im Unternehmen, etwa auch die Rolltreppen: »Wir können jetzt komplettes Facility Management bieten«, berichtet Prof. Dr. Gunter Dueck, Cheftechnologe und Business Leader Dynamic Infrastructure, IBM Deutschland. IBM werde sozusagen zum Anlagebauer und liefere Komplettstrukturen statt Einzelelemente.
Mittlerweile haben auch die ersten IBM Business Partner sich im Rahmen der Dynamic Infrastructure-Initiative ausgebildet. So wurde das Unternehmen
FRITZ & MACZIOL von IBM als erster Partner in Europa zum Thema »Dynamic Infrastructure« zertifiziert. Der IBM Business Partner erfüllt alle erforderlichen Zertifizierungen und Anforderungen in der höchsten Stufe »Speciality Elite«. Im unternehmenseigenen Test-Center in Ulm haben die Kunden von FRITZ & MACZIOL im Vorfeld die Möglichkeit, umfangreiche und flexible Test-Szenarien auf Basis neuester Technologien durchzuführen. FRITZ & MACZIOL-Geschäftsführer Frank Haines freut sich: »Es wurden deutschlandweit mehr als 60 unserer Vertriebsberater und Consultants intensiv geschult, um frühzeitig in allen adäquaten Bereichen zertifiziert zu sein. Als erster zertifizierter Partner der IBM-Initiative in Europa unterstreichen wir einmal mehr unseren Anspruch, das Systemhaus der Zukunft und Vorreiter im Markt zu sein.«
Aber auch die anderen großen IBM-Partner wollen bald nachziehen. Laut Prof. Dueck befinden sich sechs bis acht deutsche Systemhäuser in verschiedenen Stadien der Zertifizierung.
Für IBM ist Cloud Computing ist ein zentrales Konzept. Mit der »Erfahrungswelt der IT-Transformation« bietet IBM Kunden auf Basis eines neuen interaktiven und dialogorientierten Workshops den Einstieg und entwickelt mit den Teilnehmern eine Roadmap zur eigenen IT-Transformation.
Ein neuer Beratungsservice, die IT-Optimierungs-Business-Value-Roadmap, soll Kunden mit multiplen IT-Projekten dabei unterstützen, in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situationen Projektprioritäten zu überprüfen und Ressourcen besser einteilen zu können. Dieser Service kann Kunden dabei helfen, einen Optimierungsplan aufzusetzen, der bis zu 40 Prozent an Kosten einsparen kann, und künftige IT-Projekte auf Schlüssel-Geschäftsprioritäten fokussiert.
Zusätzlich können mit der »IBM Going Green Impact Analyse« die effektivsten Lösungen für die Steigerung der Energieeffizienz und Senkung der Gesamtbetriebskosten (TCO) eines Rechenzentrums identifiziert und priorisiert werden. Nach Umsetzung erforderlicher Maßnahmen bietet IBM gemeinsam mit TÜV Rheinland oder der DEKRA eine Energieeffizienz-Zertifizierung des Rechenzentrums an.
Auf der Produktseite kommen zwei neue IBM System x Appliances für System- und Anwendungsmonitoring und Servicerequest-Verwaltung.
Das IBM Service-Management-Center für Cloud-Computing umfasst jetzt IBM Tivoli Identity and Access Assurance, IBM Tivoli Data and Application Security und IBM Tivoli Security Management für z/OS. Die übergreifende IBM Lösung stellt die notwendigen Werkzeuge und Verfahren bereit, mit denen der Lebenszyklus von Cloud-Services von der Servicedefinition bis zur Beendigung des Service verwaltet werden kann. Das IBM Service Management Center unterstützt sowohl die Bereitstellung virtueller Ressourcen als auch die Optimierung virtueller Operationen.
Die neue Software IBM Tivoli Identity and Access Assurance, IBM Tivoli Data and Application Security sowie IBM Tivoli Security Management für z/OS ergänzen das IBM Service Management Center for Cloud Computing, eine Zusammenstellung von Ressourcen, um Cloud-Umgebungen zu verwalten.
Die neue Software IBM Telelogic System Architect ermöglicht es Organisationen, die Auswirkungen des Einsatzes einer Cloud-Umgebung zu visualisieren und zu verstehen. Sie bietet einen Prozessablauf für die Entwicklung von Software-Komponenten, die sich an der Cloud-Strategie ausrichten. Zusätzlich unterstützt die Integration von Telelogic Focal Point die IT-Verantwortlichen dabei, das Feedback von Anwendern im Unternehmen zu sammeln, um strategische Entscheidungen zu erleichtern, Aktivitäten zu gewichten und Projektpläne für den Einsatz von Cloud Computing mit größtmöglicher Wertschöpfung zu entwickeln.
Der neue IBM Tivoli Foundations Application Manager und der IBM Foundations Service Manager stellen Angebote für System- und Application-Monitoring sowie Service-Request-Managemet bereit, die auf einer Out-of-the-box-System x-Appliance basieren. Die Sichtbarkeit, Kontrolle und Automatisierung, die der Tivoli Foundations Application Manager und der Tivoli Foundations Service Manager ermöglichen, eignen sich besonders für kleine und mittlere Unternehmen, die Kosten reduzieren, Risiken managen und ihre Servicequalität verbessern möchten.
Ein neues IBM Business Partner-Programm - Ready for Energy and Environment, das Partnerlösungen, die Kunden bei Energieeffizienz und Kosteneinsparungen helfen sollen, zertifiziert.
Die POWER6+ Mikroprozessor-Technologie bietet gegenüber früheren Systemen eine Leistungssteigerung um bis zu 10 Prozent und kann den Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent senken. In POWER6+ sind Features enthalten, die Software-Anwendungen verlässlicher machen und Ausfällen vorbeugen können.
Die neuen Blade-Server BladeCenter JS23 und JS43 Express sind POWER6+ -Blades für 64-bit-Anwendungen auf IBM i-, AIX- oder Linux-Betriebssystemen. Durch den Einsatz von POWER6+ liefern sie Leistungsverbesserungen von bis zu 20 Prozent gegenüber früheren Versionen.
Die neuen IBM Power 520 und 550 Express-Server mit POWER6+ Prozessoren (bis zu 5 GHz), die Kunden eine Flächeneinsparung im Serverbetrieb von bis zu 92 Prozent durch Konsolidierung ermöglichen.

Eine branchenweit erstmalig vorgestellte Virtualisierungssoftware-Eigenschaft - IBM PowerVM Active Memory Sharing, die es ermöglicht, Hauptspeicher automatisch von einem virtuellen Server oder einen logischen Partition zum nächsten zu verschieben - für erhöhte Auslastung und Flexibilität bei der Nutzung von Hauptspeicher. Mit dieser Software kann Hauptspeicher gepooled und an fluktuierende Arbeitslasten angepasst werden.
Zwei neue System x-Server mit der aktuellen x86-Technologie und der vierten Generation der IBM X-Architektur: Die 2-Sockel-Tower-Server x3400 M2 und x3500 M2.
Die Systeme verfügen über neue Wärmeableitungsdesigns, neue Spannungsregler und eine höhere Integration auf der Platine, um die Stromversorgung zu verbessern und Verteilungsverluste zu vermindern. Dabei wird im Vergleich zu Vorgängersystemen eine Energieeffizienz von mehr als 92 Prozent erreicht und eine annähernd sechzigprozentige Reduktion im Stromverbrauch, wenn die Systeme nicht ausgelastet sind bzw. um bis zu fünfundzwanzig Prozent, wenn die Systeme voll ausgelastet sind. Weitere neue Technologien in den Systemen umfassen System-Management-Tools wie das Integrated Management Module, das Unified Extensible Firmware Interface (UEFI) sowie Systems Director and Tools Center, die Kunden dabei unterstützt, virtuelle Infrastrukturen mit weniger Hardware aufzubauen.
Kunden können eine 11:1-Konsolidierung erreichen, wenn sie von x86-Servern der Generation aus dem Jahr 2005 auf IBM HS22-Blades migrieren; beim Übergang auf x3650 M2-Server lässt sich eine geschätzte 9:1-Konsolidierung erreichen.
Neu vorgestellt wurde auch ein überarbeiteter IBM Cluster 1350, eine vollintegrierte Lösung für den HPC-Bereich, der die Strom- und Kühlkosten um bis zu fünfzig Prozent senken konnte.
Die neuen Software-Angebote IBM Tivoli Monitoring for Energy Management und Tivoli Business Service Manager ermöglichen es Kunden, Daten aus intelligenten Sensoren und anderen Quellen zu ziehen, um durch die Erfassung des Energieverbrauchs von IT und Facility-Ressourcen den Energiebedarf im gesamten Unternehmen und in der IT-Infrastruktur zu verwalten.
Eine neue Risikomanagement- und Business-Intelligence-Software für System z-Mainframes: Der ACI Proactive Risk Manager (PRM) für System z wurde dafür entwickelt, Betrugsversuchsseinschätzungen bei hohen Transaktionsraten im Kreditkartengeschäft vorzunehmen, wenn es um die Frage geht, ob im Rahmen eines Autorisierungsprozesses eine Transaktion genehmigt oder gestoppt wird.
Eine neue Version des IBM System Storage DS5000, die selbstverschlüsselnde Plattentechnologie für Midmarket-Kunden enthält. Damit werden Daten automatisch gegen nichtautorisierten Zugriff geschützt. Die Lösung unterstützt Kunden so bei der Erfüllung regulatorischer Auflagen. Weitere Verbesserungen umfassen schnellere 8-Gbps-Adapter sowie eine erhöhte Kapazität von bis zu 448 Plattenlaufwerken in einem einzigen System.
IBM Cognos 8 Business Intelligence für Linux auf System z stellt einen schnellen Zugang zu den aktuellsten Geschäftsinformationen von praktisch jedem Ort bereit und unterstützt Handheld-Geräte wie BlackBerries.
Die neue Entwicklungssoftware IBM Rational AppScan On Demand unterstützt Unternehmen dabei, Risiken zu minimieren, indem sie sicherstellt, dass Web-Anwendungen in der Cloud sicher und compliant sind und mit den Geschäftsgrundsätzen übereinstimmen. Sie trägt Sorge dafür, dass Anwendungen frei von Viren, Würmern, Trojanern und anderen Arten von Schadsoftware sind, die immer ausgeklügelter werden.
Eine neue Version des Tivoli Storage Productivity Center stellt neue Performance-Analyse-Werkzeuge und individuelle Zuschnittsmöglichkeiten bereit, die IT-Administratoren in die Lage versetzen können, sehr große Speicherumgebungen verwalten zu können.Gleichzeitig läßt sich dabei die Systemleistung insgesamt verbessern, die Komplexität vermindern und die Verfügbarkeit erhöhen. Die neue Analysetechnologie hilft bei der Feststellung von Hot Spots für eine bessere Problembestimmung und schnellem Tuning um die Storage-Auslastung zu optimieren. Die Software bietet darüber hinaus erweiterten heterogenen Plattform-Support sowie Sicherheitsmerkmale für Multi-Vendor-Speicherumgebungen.
IBM hat neue Hardware, Software und Services vorgestellt, um die Netzwerk-Konnektivität im Rahmen größerer Infrastruktureffizienz zu verbessern. Auf Basis der langjährigen Erfahrung im Networking stellt IBM dabei ein neues Serviceangebot vor: die IBM Networking, Strategy, Optimization and Implementation Services für Konsolidierung und Virtualisierung.
Als Teil der Ankündigung erweitert IBM auch die Auswahlmöglichkeit für Netzwerkkonnektivität. Dabei wird die OEM-Vereinbarung mit Brocade erweitert zur Vorstellung einer neuen Familie von Ethernet-Switches und Routern mit IBM Logo. Diese ergänzen die gegenwärtigen Angebote. IBM hat darüber die Zusammenarbeit mit Juniper ausgeweitet. Im Februar haben beide Unternehmen hybride Public-Private-Cloud-Möglichkeiten vorgeführt. Offiziell will IBM auch die Partnerschaft mit Cisco aufrecht erhalten und den Kunden lediglich mehr Auswahlmöglichkeiten bieten. Aber tatsächlich bedeutet die Allianz mit Brocade nichts anderes als den Eintritt von IBM in den Netzwerkmarkt.

31.3.09

Unternehmen verlieren die Kontrolle in ihren Netzen

Immer mehr gemeine Anwender missbrauchen das Firmennetz für Privatzwecke. Fast die Hälfte der Bandbreite im WAN wird für Freizeitnutzung sowie nicht unternehmenskritische Anwendungen verschwendet. Unternehmen haben oft nur wenig Ahnung davon, welche Anwendungen Daten über ihre Netzwerke transportieren, so eine europaweite Studie von Blue Coat Systems. So glauben die deutschen Teilnehmer, dass im Durchschnitt 42 Prozent ihrer Bandbreite im WAN von nicht-unternehmenskritischen Anwendungen oder durch private Nutzung verbraucht wird. 39 Prozent meinten, dass dies 50 Prozent und mehr sind. Nur 51 Prozent zeigen sich zuversichtlich, dass sie alle Anwendungen in ihren Netzen kennen. Ein Grund für die Unsicherheit könnte sein, dass es serviceorientierte Architekturen (SOA) und Web-2.0-Technologien wie Mashups und dynamische Inhalte schwieriger machen, die Art des Anwendungsverkehrs im Netzwerk zu identifizieren und dabei zu entscheiden, welche Daten gut und welche böse sind. Dies meint ebenfalls die Hälfte der in Deutschland Befragten.
Einig sind sich 75 Prozent der national Befragten, dass es »wertvoll« oder »sehr wertvoll« ist, die Antwortzeit von Anwendungen aus Nutzersicht zu kennen. 65 Prozent geben an, dass die Antwortgeschwindigkeit von zentralisierten Anwendungen in Außenstellen in den letzten zwei Jahren stagniert oder sich sogar verschlechtert hat. Ebenso sind mehr als zwei Drittel der deutschen Studienteilnehmer der Meinung, dass die Reaktionszeit von Anwendungen aus Sicht des einzelnen Mitarbeiters insgesamt Auswirkung auf die Geschwindigkeit von Geschäftsprozessen hat.

25.3.09

Dell vertreibt über Ingram Micro und Tech Data

Dell hat Distributionsabkommen mit Ingram Micro und Tech Data unterzeichnet. Diese gelten vorerst für Nordamerika, sollen aber auch auf andere Erdteile ausgeweitet werden.Dell, einst Vorkämpfer des Direktvertriebs, wird vom Saulus zum Paulus. Ab sofort verkauft Dell seine Desktop-PCs und Notebooks der Produktreihe Vostro in den USA über die Distributoren Ingram Micro und Tech Data. Diese Vereinbarung ergänzt Dells Partner Direct Programm, mit dem der Hersteller im Moment 35.000 Fachhändler weltweit erreicht. Dell will die Palette seiner Produkte in den nächsten Wochen ausweiten, die über Ingram Micro und Tech Data verkauft werden. Die über die Distributoren verkauften Geräte sollen zu Preisen in den Handel gehen, die mit denen im Direktverkauf wettbewerbsfähig sind. Greg Davis, Vice President und General Manager, Dell Global Commercial Channels, sagte gegenüber CRN USA, dass die Vereinbarung schließlich auch auf andere Erdteile ausgeweitet werden soll. Von Seiten Ingram Micros und Tech Datas sind die anderen PC-Hersteller wie HP, Lenovo & Co. informiert worden, deren Begeisterung sich naturgemäß in engen Grenzen hält. Beide Distributoren sichern ihren Hersteller-Partnern aber zu, die neue Vereinbarung habe keinerlei Einfluss auf die bestehenden Geschäftsbeziehungen und sei eher als zusätzliche Geschäftsmöglichkeit zu bestehen.

Ausverkauf bei Bearing Point

Der Systemintegrator Bearing Point, der im letzten Monat um Gläubigerschutz gebeten hat, wird zerschlagen. Der Public Services Bereich als größter Einzelsektor wird für 350 Millionen Dollar an Deloitte verkauft. Außerdem gibt es eine nicht verbindliche Vereinbarung, das nordamerikanische Geschäft einschließlich Financial Services für 25 Millionen an PriceWaterhouseCoopers (PWC) zu veräußern. PWC erwirbt unabhängig davon auch die Bearing Point Mannschaft in Japan.
Für die Bearing Point Einheiten in Europa, Asien und Lateinamerika meldet das Unternehmen fortgeschrittene Verkaufsverhandlungen mit lokalen Systemintegratoren und den Management Teams. CEO Ed Harbach betonte, Bearing Point sei zum Schluss gekommen, dass ein Verkauf der Unternehmensteile den Wert maximinieren und die Stabilität für alle Beteiligten sicherstellen könne. Das Unternehmen will seine Verpflichtungen gegenüber den Kunden erfüllen.

6.3.09

Ethernet-Markt unter Druck

Bei Ethernets ist im laufenden Quartal mit zweistelligen Umsatzverlusten zu rechnen. Die beiden Marktforschungsinstitute Dell’Oro und Infonetics haben unabhängig voneinander pessimistische Prognosen für den Ehternet-Markt abgegeben. 2008 war zwar ein gutes Jahr für die Anbieter von Routern und Switches, aber bereits im vierten Quartal hat es laut Infonetics einen deutlichen Abschwung gegeben, der sich im laufenden Jahr noch erheblich verstärken wird. Dell’Oro rechnet für das laufende Quartal mit einem Umsatzrückgang von zehn Prozent. »Obwohl das der stärkste Einbruch der Geschichte ist, sollte man darauf hinweisen, dass das erste Quartal immer saisonal schwach ist«, beruhigt Alan Weckel, Director der Dell’Oro Group. Nur bei 10 Gigabit Ethernet (GE) ist auch dieses Jahr mit Wachstum zu rechnen. Fixierte 10 GE für Rechenzentren werden zu einem signifikanten Umsatzträger.

4.3.09

CeBIT: 18.000 offene Stellen für Informatiker

Informatiker sind nach wie vor Mangelware. Für Jobsucher ist Hannover eine Messe wert. Es gibt gute Beschäftigungsaussichten. Derzeit gibt es nach Angaben des Verein Deutscher Ingenieure (VDI) knapp 18.000 offene Stellen für Informatiker. »Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Zahl auf konstant hohem Niveau«, sagte Dieter Westerkamp, stellvertretender Leiter für Technik und Wissenschaft im VDI. »Im Zuge der Wirtschaftskrise ist dies eine erfreulich positive Nachricht, zumal auch die Zahl der arbeitslos gemeldeten Informatiker in den letzten zwölf Monaten erneut gesunken ist.« Im Jahresverlauf ging sie um acht Prozent auf 6.700 zurück. Mit 176.000 beschäftigen Informatikern wurde im Jahr 2008 ein neuer Höchststand erreicht. Selbst im IT-Boomjahr 2000 waren es noch 21 Prozent weniger.
Wie die jährliche VDI-Umfrage zur CeBIT unter 500 Mitgliedern verdeutlicht, sind Anzeichen der Krise im IT-Sektor gering. Lediglich zwölf Prozent der Befragten sagen, dass Personal in den IT-Abteilungen abgebaut wird. Eine Mehrheit sieht keine negativen Auswirkungen. »Das Ergebnis freut uns«, fuhr Westerkamp fort. »Wir appellieren an die Unternehmen, auch weiterhin auf ihre qualifizierten Fachkräfte zu setzen und nicht in den üblichen Schweinezyklus zu verfallen. Allein so bleibt Deutschlands IT-Branche wettbewerbsfähig.«
Aber nicht nur die Unternehmen sind gefordert, auch die Politik muss endlich die Weichen richtig stellen. »Die Konjunkturpakete gehen prinzipiell in die richtige Richtung«, so Westerkamp. »Aber neben dem Ausbau der Hochgeschwindigkeitsnetze müssen vor allen Dingen auch Schulen und Universitäten besser mit PCs und Internetzugängen ausgestattet werden. Und Hightech muss viel stärker in den Mittelpunkt der Konjunkturprogramme rücken, nicht allein der Städte- und Straßenbau. Nur das schafft langfristig Wachstum und Arbeitsplätze.« Beispielsweise wünschen sich über 30 Prozent der befragten Experten Zuschüsse für Investitionen in umwelt- und ressourcenschonende Informations- und Kommunikationssysteme.
Innovationen der IT helfen nicht nur dem Fahrzeugbau oder der Elektroindustrie wieder auf Wachstumskurs zu gehen. Auch mobiles Internet und multimediale Anwendungen (z.B. PC und Fernseher in einem Gerät) sind nach Ansicht der VDI-Experten die Wachstumsmärkte bis zum Jahr 2015. Ebenso werden integrierte IT-Systeme eine größere Rolle spielen. Hier können Innovationen wie etwa Brems- oder Spurhalteassistenten die derzeit gebeutelte Autoindustrie wieder in Schwung bringen. Allein 2008 wurde eine Milliarde Euro mit integrierten IT-Systemen in der Fahrzeugindustrie umgesetzt.
Auch die Logistikbranche profitiert von den Innovationen in der IT. Jeder vierte Befragte sieht das »Internet der Dinge« (elektronische Vernetzung von Gegenständen) als Wachstumsmarkt an. Beim Verbraucher werden Fernsehen über das Internet und IP-Telefonie zunehmend in den Fokus rücken.

2.3.09

Outsourcer leben gefährlich

Einfach die IT an billige Standorte outzusourcen, birgt Risiken für Mitarbeiter und Daten. Viele Städte bekommen Infrastruktur und Verbrechen nicht in den Griff.
Die Risiken für Outsourcing sind in diesem Jahr erheblich größer geworden, berichtet Outsourcing-Guru Doug Wilson in seinem Report 2009: The Year of Outsourcing Dangerously. Sein »The Black Book of Outsourcing« gilt als das Standardwerk der Branche. Die CIOs bewerteten jetzt Outsourcing-Standorte erheblich kritischer als vor einem Jahr und fragen auch nach Sicherheit und Stabilität. Und da gibt es in den Billigländern erhebliche Defizite. Indien hat durch die Terroranschläge von Bombay und den Satyam-Skandal an Attraktivität verloren. Die Infrastruktur-Probleme werden nicht kleiner. Die Behörden tun zu wenig, um Besserung zu schaffen. Aber auch Alternativstandorte wie Südafrika, Kolumbien, Malaysia, Thailand und Mexico bekommen ihre Probleme nicht in den Griff. Besser sieht es dagegen bei Near-Shoring nach Polen und die Tschechei aus.
Die fünf gefährlichsten Outsourcing-Standorte der Welt sind laut Brown:
1. Bogota, Kolumbien
2. Bangkok, Thailand
3. Johannesburg, Südafrika
4. Kuala Lumpur, Malaysia
5. Kingston, Jamaica
Hier sind überall hohe Verbrechensraten, Korruption, aber auch ungesicherte Netzwerk- und Telekommunikationsverbindungen ein Problem.

26.2.09

CeBIT-Ticket gilt jetzt doch als Fahrkarte

Fast in letzter Minute haben sich die Deutsche Messe und die Hannoverschen Verkehrsbetriebe (Üstra) doch noch geeinigt. Ein Chaos in Bus und Straßenbahn ist damit abgewendet. Die Eintrittskarte zur CeBIT vom 3. bis 8. März 2009 gilt wie gewohnt als Fahrschein im Großraum-Verkehr Hannover (GVH). Auch zur Hannover Messe vom 20. bis 24. April können die Besucher mit ihrer Eintrittskarte die Busse und Bahnen des GVH nutzen. Auch Eintrittskarten ohne GVH-Aufdruck gelten als Kombiticket. Messebesucher können mit dem KombiTicket nicht nur alle Stadtbahnen, Busse und Nahverkehrszüge im GVH (nur 2. Klasse) auf dem Weg zur und von der Messe nutzen, sondern sich auch kostenlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln in das Hannoversche Nachtleben stürzen: Das Kombiticket ist den ganzen Tag gültig. CeBIT-Tagestickets und Dauerausweise mit einer Tagesleiste auf der Rückseite müssen vor Fahrtantritt markiert werden. Wer beispielsweise am zweiten Messetag zur CeBIT fährt, markiert auf dem Ausweis das entsprechende Datum durch Ankreuzen.

19.2.09

Bearing Point ist bankrott

Einer der weltgrößten Systemintegratoren, Bearing Point, ist am Ende. Das Unternehmen hat um Gläubigerschutz nach Chapter 11 gebeten. Bearing Point hat bekanntgegeben, dass es in Konkurs geht, aber mit den Hauptgläubigern eine Einigung erreicht hat. Das Unternehmen hat freiwillig um Gläubigerschutz nach Chapter 11 des U.S. Bankruptcy Code nachgesucht. Ed Harbach, CEO von BearingPoint, kündigte an, das Tagesgeschäft laufe weiter. Die Schwierigkeiten von Bearing Point haben sich unter den Kunden schon länger herumgesprochen, zahlreiche haben bereits ihre Verträge gekündigt. Die Tochtergesellschaften von Bearing Point außerhalb der USA sind von dem Konkurs zunächst nicht betroffen. BearingPoint verfügt in Deutschland, Österreich und der Schweiz über zehn Standorte mit Hauptsitz in Frankfurt.

6.2.09

Fixit soll Computer-Probleme lösen

Microsoft hat ein kleines Programm eingeführt, das dafür sorgen soll, dass kryptische Fehlermeldungen den Anwender nicht mehr nerven. Wenn bei Microsoft Windows etwas schiefgeht, erhielt der geschätzte Nutzer meistens eine Fehlermeldung folgenden Formats »Error Code: -5009 : 0x8002802b Error Information:
>Ctor\ObjectWrapper.cpp (163) Ctor\ObjectWrapper.cpp (391)«. Danach war der Anwender erst einmal aufgeschmissen und musste sich in Support-Foren einloggen, wo er dann als nichts könnender Newbie beschimpft wurde und keinerlei Hilfe erhielt (so die traurige Erfahrung des Verfassers, der am Ende das Problem im Alleingang löste).
Das alles kann jetzt ein harmloses kleines Programm namens »Fixit« ändern, wenn Microsoft sein Versprechen tatsächlich in die Tat umsetzen kann. Mit »Fixit«, das fester Bestandteil von Windows 7 sein wird, sollen automatisierte Skripten Computerprobleme beheben. Fixit patcht dann automatisch die Windows Registry oder verwendet andere Lösungswege.
Microsoft hofft darauf, dass Fixit schon aktiv wird, bevor der Benutzer ein Problem entdeckt. Im Hinblick auf die Geschichte von Windows dürfte diese Hoffnung illusionär sein.
Immerhin kann Fixit in einige Situationen wohl helfen und vor allem die wenig hilfreiche Knowledge Base von Microsoft etwas nützlicher machen.

2.2.09

Microsoft will Beta von Windows 7 abkürzen

Microsoft hat es eilig, Windows 7 an den Start zu bringen. Ein Release Candidate soll in Kürze freigegeben werden. Im Gegensatz zum Internet Explorer 8, der zwei Beta-Phasen durchläuft, wird es für Windows 7 nur eine einzige geben. Bei allen früheren Windows-Versionen hatte es ebenfalls zwei Beta-Phasen gegeben. Ein Verkaufsstart noch vor dem Sommer erscheint nun in greifbare Nähe gerückt. Wie Steven Sinofsky, Senior Vice President for the Windows and Windows Live Engineering Group, in seinem Blog bekanntgab, werde der nächste Meilenstein für Windows 7 die Freigabe eines Release Candidate (RC) sein. Die bisherigen Erfahrungen mit der Beta beschreibt Sinofsky als durch die Bank erfreulich, viele Nutzer setzen die Beta von Windows 7 bereits auf ihren produktiven Systemen ein. Diese Einschätzung Sinofskys wird auch durch zahlreiche unabhängige Tester bestätigt.
Windows 7 RC wird schon im Wesentlichen die finale Version sein, die auch dem Channel und ausgewählten Kunden zur Verfügung gestellt wird.
Der darauf folgende Schritt wird dann Release to Manufacturing (RTM) sein, also das Pressen der CDs für den Fachhandel. Dem wird wenige Wochen später die General Availability (GA) folgen, also der eigentliche Verkaufsstart.
Im Moment arbeitet das Entwicklerteam von Windows 7 vor allem an Kompatibilität und verbesserter Treiber-Unterstützung. Ein erfreuliches Zeichen ist es, dass viele Anbieter von Anti-Viren-Software bereits die Windows 7 Beta unterstützen. Beim Vorgänger Vista hatte selbst das Service Pack 1 noch Probleme bei der Zusammenarbeit mit Sicherheits-Software.

29.1.09

Rezession heizt Wirtschaftsspionage an

2009 ist mit einer deutlichen Zunahme der Wirtschaftsspionage zu rechnen, weil die drohende weltweite Rezession Unternehmen zu Entlassungen und Einsparungen zwingt. Der ohnehin große Schaden, der deutschen Unternehmen durch das Ausspähen von Daten entsteht, wird dadurch weiter anwachsen.
Schrumpfende Umsätze und Gewinne zwingen Unternehmen, Kosten einzusparen - durch Entlassungen, aber meist auch dort, wo der Nutzen für einen schnellen Wachstumsschub nicht unmittelbar ist: bei Investitionen in Forschung und Entwicklung, deren Ergebnisse naturbedingt erst mittelfristig greifen. Weil viele Unternehmen damit an Marktdynamik verlieren und diese Schwäche aus eigener Kraft nicht wieder wettmachen können, rechnet Datensicherheitsexperte Utimaco 2009 mit einem deutlichen Anwachsen der Wirtschaftsspionage. Experten beziffern deren Schaden für deutsche Unternehmen jetzt schon auf 50 Milliarden Euro pro Jahr, Tendenz steigend.
Vor allem die BRIC-Länder China und Russland waren schon bisher nicht sonderlich zurückhaltend, wenn es um die Bespitzelung deutscher Unternehmen und ihres Know-hows ging. Hinzu kommt, dass die weltweite Wirtschaftskrise auch bei ihnen nicht Halt macht. »Gerade aus China und Russland rechnen wir deshalb mit einem massiven Anstieg der Wirtschaftsspionage-Aktivitäten,« erklärt Markus Bernhammer, Executive Vice President Central and Eastern Europe der Utimaco Safeware AG in Oberursel. »Diese Länder wollen den mühsam aufgebauten Anschluss an die führenden Industrienationen auf keinen Fall verlieren und werden alles dafür tun. Die Hemmschwelle zur Wirtschaftsspionage wird jedenfalls deutlich sinken, auch in anderen Ländern.«
Rezessionsbedingte, drohende Massenentlassungen stellen eine weitere Gefahr für Unternehmen dar. Sie machen Mitarbeiter empfänglicher für Wirtschaftsspionage, getrieben etwa durch die Sorge um die eigene finanzielle Zukunft oder schlicht aus Rache. »Natürlich verhalten sich die allermeisten Mitarbeiter tadellos, trotzdem sollten Unternehmen damit rechnen, dass Gefahr nicht nur von außen, sondern vermehrt auch von innen, von den eigenen Arbeitsplätzen drohen kann«, sagt Wilfried Karden, Projektverantwortlicher beim Innenministerium Nordrhein-Westfalen.
Gestohlene USB-Sticks oder Festplatten, gehackte Laptops, Einbrüche in Netze, Abhören von Internet-Verbindungen, Lesen von E-Mails oder eingeschleuste Trojaner, Viren und sonstige Malware gehören zu den Klassikern der Wirtschaftsspionage. Aber auch der ganz reguläre und autorisierte Mitarbeiter-Zugriff auf kritische Daten kann eine potenzielle Gefahr bergen, wenn die Informationen in Betrugsabsicht an Dritte weitergeleitet werden.
Datenschützer beklagen, dass insgesamt zwischen 20 und 40 Prozent aller deutschen Unternehmen bereits Opfer von Wirtschaftsspionage geworden sind. Trotzdem hinken viele Firmen bei der Sicherheit ihrer Daten weit hinterher: »Viele Unternehmen haben erschreckenderweise völlig unzureichende Sicherheitskonzepte, weil sie die Probleme in ihrer Tragweite nicht erkennen oder sogar verdrängen«, beklagt Bernhammer. »Dieses Vogel-Strauß-Verhalten kann aber, besonders angesichts der aufkommenden Rezession, fatal werden.«

27.1.09

Microsoft bringt IE 8 näher an den Start

Der Release Candidate 1 des Internet Explorers 8 steht jetzt zum Download bereit.
Die Beta-Phase ist abgeschlossen, der Launch der endgültigen Version nicht mehr fern. Vor allem an der Kompatibilität mit dem Vorgänger IE 7 hat Microsoft beim Release Candidate 1 des Internet Explorers 8 gearbeitet. Das war auch nötig, denn nach den persönlichen Erfahrungen des Verfassers hatte die Beta des IE 8 erhebliche Defizite vor allem im Zusammenspiel mit dem Web´ n Walk Stick der Telekom. Außerdem ist der Schutz vor Cookies im Private Browsing-Mode verbessert und die Abwehr gegen Clickjacking ausgebaut worden.

24.1.09

CIOs drücken auf Kostenbremse

Die meisten CIOs müssen in diesem Jahr mit sinkenden Budgets auskommen. Sie erwarten, dass die Hersteller ihnen bei den Preisen entgegen kommen. Um durchschnittlich 1,9 Prozent werden die Budgets der europäischen CIOs im Jahr 2009 sinken, so eine Studie von Citi Investment Research. Lediglich 21 Prozent sind jedenfalls im Moment noch gegen den Abwärtstrend immun und können mehr Geld ausgeben. Die Prioritäten bei den Ausgaben verschieben sich. Bei Software sind Kürzungen am unwahrscheinlichsten, gefolgt von Netzwerken, Hardware und Services. Storage steht dagegen oben auf der Streichliste.
Im Einzelnen soll weiter in die Sicherheit investiert werden, auch PC-Upgrades und Server-Konsolidierung werden als notwendig erachtet. Völlig aus der Mode ist dagegen die Migration zu Vista sowie Outsourcing. Die europäischen CIOs erwarten, dass ihnen die Hersteller in diesen harten Zeiten bei den Preisen entgegenkommen. Tatsächlich Konzessionen gemacht haben in letzter Zeit die Hersteller von Servern, Sicherheits-Software, Anwendungsentwicklung und PCs. Dass die Anbieter von Outsourcing weiter auf hohen Preisen bestehen, ist ein Hauptgrund dafür, dass die Auftragsvergabe außer Haus nun weniger gefragt ist.

23.1.09

Microsoft zollt Marktschwäche Tribut

Microsoft will 5.000 Arbeitsplätze streichen, allerdings auch Neueinstellungen vornehmen. Der Umsatz stieg zwar, aber der Nettogewinn ging erheblich zurück.
Microsoft hat im zweiten Quartal des Fiskaljahres 2009 einen Umsatz von 16,63 Milliarden Dollar erzielt, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Es sind 900 Millionen weniger Umsatz, als Microsoft ursprünglich erwartet hat.
Der Nettogewinn ging um elf Prozent auf 4,17 Milliarden Dollar zurück. Einen Rückschlag musste vor allem der Client Bereich (Windows) einstecken, wo der Umsatz um acht Prozent auf 3,98 Milliarden Dollar zurückging. Die Schwäche des PC-Marktes war hauptsächlich dafür verantwortlich. OEM-Umsätze gingen um zwölf Prozent zurück. Die Lagerbestände von Windows im Channel sind auf ein Rekordniveau gestiegen. Ein Lichtblick waren dagegen die Netbooks. Künftig soll auch Office als Download erhältlich sein. Bisher scheiterten Kunden, die ihre Office Home & Student-Version auf ihrem Netbook installieren wollten, daran, dass viele der Minis kein CD-Laufwerk haben.
Ebenso sind auch die Abo-Geschäfte in geringerem Maße von der Rezession betroffen als der Boxenverkauf von Windows. Der Umsatz mit Volumenlizenzen zog um ein Prozent an.
Dafür operierte aber die Server & Tools Abteilung sehr erfolgreich und konnte um 15 Prozent auf 3,47 Milliarden Dollar zulegen, vor allem durch den Erfolg des Windows Server 2008 und Hyper-V. Immerhin geringe Umsatzgewinne konnten die Abteilungen Online Services Business, Business Division (Office) sowie die Entertainment and Devices Division verbuchen.
Allerdings macht sich auch bei Office die Schwäche des Consumer-Segments bemerkbar. Der Boxenverkauf an Verbraucher ging um 23 Prozent zurück.
Nur die Online Services sind mit 471 Millionen minus ein Verlustbringer, alle anderen Abteilungen arbeiten profitabel. Server und Tools konnte den Gewinn gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern, auf 1,489 Milliarden Dollar, bei den anderen gab es Einbußen.
Microsoft hat Restrukturierungen eingeleitet und streicht 5.000 Arbeitsplätze über die nächsten 18 Monate, davon 1.400 mit sofortiger Wirkung. Betroffen ist vor allem das Backend (R&D, Marketing, Sales,
Finanz, Legal, HR und IT). Die Marketingausgaben sollen reduziert werden, Gehaltserhöhungen wird es nicht mehr geben. Zusätzlich sollen auch eine erhebliche Zahl von freien Mitarbeitern entlassen werden: Genaue Angaben wurden dazu nicht gemacht, aber es sind wohl ebenfalls Tausende betroffen. Allerdings wird es laut CEO Steve Ballmer nicht nur Entlassungen geben, sondern in strategischen Bereichen wie Search auch Tausende von Neueinstellungen. Deswegen geht Ballmer von einem Nettoverlust an Microsoft-Mitarbeitern von etwa 2.000 bis 3.000, nicht 5.000, aus. Die Reisekosten sollen um 20 Prozent sinken.
CEO Steve Ballmer kommentierte die Ergebnisse in einer Analystenkonferenz, an der erstmals seit längerem wieder persönlich teilnahm: »Wir sind mitten in einem einmaligen Rückgang. Das ganze Ausgabeverhalten wird wie durch einen Reset auf eine niedrigere Stufe sinken.« Er rechnet nicht mit einer schnellen Erholung. Sowohl das Consumer- als auch das Business-Geschäft seien betroffen. Jetzt komme es darauf an, Marktanteile zu gewinnen. Er sieht auch eine Chance in der Rezession: »Eine Menge Leute werden künftig genauer überlegen, ob sie mehr Geld für einen Mac ausgeben wollen, statt für einen preiswerten PC.«
Die Rezession werde zu einer Pause bei den Investitionen führen.
»Jetzt müssen wir uns die Frage stellen, welche unserer Investitionen strategisch sind und Prioritäten setzen«, betonte Ballmer. Microsoft werde in Web Server investieren. Finanzchef Chris Liddell betonte die Bedeutung der Kostendisziplin und gab einen eher trüben Ausblick auf die Zukunft. Der PC-Markt werde sich wahrscheinlich noch weiter abschwächen, was die Windows-Verkäufe weiter erschwere. Auch Office werde von der Schwäche des Business-Desktop-PCs-Segments in Mitleidenschaft gezogen. Entsprechend würden die Bäume selbst beim leuchtenden Vorbild Server & Tools nicht mehr in den Himmel wachsen. Größere Zukäufe wird es laut Liddell im nächsten Halbjahr wohl nicht geben. Einen neuen Kaufversuch für Yahoo schloss Ballmer aus.
Der Aktienkurs von Microsoft gab um etwa zehn Prozent nach.

13.1.09

3Com im Aufwärtstrend

Während es Hiobsbotschaften nur so hagelt, ist Netzwerkausrüster 3Com eine seltene Ausnahme. Das Unternehmen hat ein rundum positives Quartalsergebnis vorgelegt.
3Com hat im zweiten Quartal den Umsatz um 11,6 Prozent auf 354,6 Millionen Dollar gesteigert. Während im Vorjahr noch ein Nettoverlust von 35,6 Millionen Dollar zu verkraften war, wurde diesmal ein Nettogewinn von 12,9 Millionen Dollar erzielt. Bob Mao, 3Com CEO, sprach von einem ausgezeichneten Quartal.

9.1.09

Lenovo streicht 2.500 Arbeitsplätze

Der chinesische Computer-Hersteller Lenovo trennt sich von elf Prozent der Belegschaft. Das Unternehmen rechnet im aktuellen Quartal mit einem Verlust.
Lenovo hat eine Gewinnwarnung herausgegeben und einen drastischen Arbeitsplatzabbau eingeleitet. 2.500 Stellen werden weltweit gestrichen. »So hart das für unsere Beschäftigten ist, glauben wir, dass diese Schritte heute unumgänglich sind, um wettbewerbsfähig zu bleiben«, sagte CEO William J. Amelio. Auch die Gehälter für die Manager werden um 30 bis 50 Prozent gesenkt. Lenovo erhofft sich Einsparungen in Höhe von 300 Millionen Dollar im nächsten Jahr.

EMC trennt sich von 2.400 Angestellten

EMC hat ein Restrukturierungsprogramm eingeleitet und wird sechs Prozent der Belegschaft entlassen. Die Tochter VMware ist davon nicht betroffen.
EMC kann nach den vorläufigen Quartalszahlen zwar immer noch mit einem Gewinn rechnen, hat aber dennoch ein Restrukturierungsprogramm eingeleitet. Im Geschäftsbereich »Information Infrastructures« soll die Mitarbeiterzahl um schätzungsweise 2.400 Stellen weltweit gesenkt werden. Eine Straffung der Management-Ebene in Kombination mit der Reduktion indirekter Ausgaben für Auftragnehmer, Services über Dritte und Reisekosten sind ebenfalls Bestandteil des Programms.
Finanzanalysten zeigten sich von der Nachricht überrascht, galt doch EMC bisher als resistent gegenüber der Krise.

8.1.09

Bilanzskandal erschüttert Outsourcer

Satyam, viertgrößtes indisches Outsourcing-Unternehmen, steht im Blickpunkt eines Bilanzskandals. Die Glaubwürdigkeit der gesamten Branche ist erschüttert.
Satyam-Chef Ramalinga Raju ist zurückgetreten, nachdem er zugegeben hat, die Bilanzen systematisch gefälscht zu haben. Über 90 Prozent des Gesamtkapitals von 53,6 Milliarden Rupien (etwa eine Milliarden Euro) bestehen nur aus heißer Luft. 20 Prozent des zuletzt gemeldeten Quartalsumsatzes von 27 Milliarden Rupien waren nichtexistent, der Gewinn betrug in Wirklichkeit nur einen Bruchteil des gemeldeten Wertes. Es ist der größte Bilanzskandal der indischen Wirtschaftsgeschichte. Ironischerweise erledigt Satyam die Buchhaltung für eine Reihe von großen Konzernen. Zu den Kunden zählen u.a. General Motors und Nestle. Jetzt hat die Aktie von Satyam an einem einzigen Tag 77 Prozent ihres Wertes verloren. Analysten zogen Vergleichen mit dem Enron-Skandal in den USA und geben Satyam keine Überlebenschancen mehr.
Die großen indischen Wettbewerber, Tata, Infosys und Wipro wurden durch den Skandal zwar noch nicht in Mitleidenschaft gezogen. Sie werden sich aber auch kritische Fragen bezüglich ihrer Buchhaltungspraktiken gefallen lassen müssen.

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17.11.08

Comarch steigt bei SoftM ein

Der polnische IT-Konzern Comarch, der mit rund 3.000 Mitarbeitern zu den führenden polnischen IT-Unternehmen zählt, wird sich mehrheitlich an der SoftM Software und Beratung AG, München, beteiligen.
Die Comarch Gruppe mit Hauptsitz in Krakau beteiligt sich im Zuge einer Kapitalerhöhung an der SoftM AG. Durch die Ausgabe von 1.500.000 Stückaktien fließen SoftM Mittel in Höhe von rund 5 Mio. Euro zu. Mit den Altaktionären der SoftM AG hat Comarch bereits einen Vertrag zum teilweisen Erwerb von Aktien geschlossen. Durch den Erwerb der Aktien von den Altaktionären sowie die Kapitalerhöhung wird Comarch die Mehrheit an der SoftM AG erhalten. Weiterhin hat Comarch mitgeteilt, dass die Gesellschaft den freien Aktionären der SoftM AG im Rahmen eines Pflichtangebots 3,45 Euro je SoftM Aktie anbieten wird. Die Altaktionäre werden auch nach der Transaktion an der SoftM AG beteiligt sein.
Im Jahr 2007 hat Comarch einen Umsatz von 154 Mio. Euro und ein Konzernergebnis von 11,3 Mio. Euro erzielt. Das Unternehmen ist in den Zielmärkten Telekommunikation, Handel, Finanzwesen, IT-Infrastruktur, Öffentliche Verwaltung und SME (Small and Medium-sized Enterprises bzw. Mittelstand) als Anbieter von Software sowie Consulting-, Integrations- und Programmierdiensten aktiv.
SoftM fügt sich als eigenständiges Unternehmen mit unverändertem Management-Team und unveränderter strategischer Ausrichtung in die Comarch Gruppe in den Bereichen SME sowie IT-Infrastruktur ein. Der SoftM Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Hannes Merten behält ebenfalls seine Funktion bei. Zusammen wird der neue Konzern ca. 3.500 Mitarbeiter beschäftigen und einen Umsatz von über 200 Mio. Euro erzielen.
Kommentar des SoftM Vorstandsvorsitzenden Franz Wiesholler: »Mit Comarch als Mehrheitsaktionär eröffnen sich neue Perspektiven für unsere innovativen Produktlinien und für unser Systemintegrationsgeschäft. Wir können ein deutlich höheres Wachstumstempo realisieren, als dies bisher möglich war. Insbesondere in den wachstumsstarken Märkten Osteuropas können wir uns durch die ausgeprägten direkten und indirekten Vertriebskanäle von Comarch sehr schnell zu einem bedeutenden Player entwickeln. Im Bereich Systemintegration haben wir Zugang zu neuen Märkten. Von diesem Zusammenschluss profitieren letztlich alle: unsere Kunden und Geschäftspartner, unsere Mitarbeiter sowie unsere alten und neuen Aktionäre.»
Comarch Gründer und CEO Prof. Janusz Filipiak ergänzt: »Mit SoftM kommt ein Unternehmen in unseren Konzernverbund, das sich über viele Jahre eine bedeutende Marktposition bei Unternehmenssoftware für mittelständische Unternehmen erarbeitet hat. Wir werden die Eigenständigkeit von SoftM erhalten und unterstützen in vollem Umfang die SoftM Strategie. Durch die Zusammenführung ergeben sich große Synergiepotentiale sowohl im Bereich der Software als auch bei der IT-Infrastruktur, da die SoftM Angebote unser Portfolio ideal ergänzen.«

AMD will bei Netbooks mitmischen

AMD will Intel das Segment der Mini-Notebooks, auch Netbooks genannt, nicht weiter kampflos überlassen. In den nächsten drei Jahren sollen vier Generationen von AMD-Chips für die Kleingeräte kommen.
Dieses Jahr wird es wohl nichts mehr mit dem Einstieg von AMD bei den Netbooks. Intel hat sogar den Namen geprägt und durchgesetzt.
Zunächst bringt AMD eine Plattform namens Yukon im ersten Halbjahr 2009 heraus, der allerdings nicht für Netbooks, sondern für die etwas größeren Ultraportables gedacht ist. Yukon soll weniger als 25 Watt verbrauchen.
Für 2009 und 2010 sind allerdings zwei Prozesor-Generationen seitens AMD angekündigt, zunächst der Conesus (Zwei Kerne, 1 MB Cache, DDR2, 45 nm), anschließend ein Jahr später Geneva (Zwei Kerne, 2 MB Cache, DDR3, 45 nm). Im Jahr 2011 soll dann Ontario folgen (Zwei Kerne, 1 MB Cache, DDR3, GPU, 32 nm, Accelerated Processing Unit).
Eine Konkurrenz zu Intels Atom-Chip sollen die neuen Prozessoren aber nicht werden: »Atom ist auf Märkte ausgerichtet, in die wir nicht hinein wollen. Wir wollen niedrige Preise, aber mit voller PC-Funktionalität. So weit nach unten wie Atom werden wir nicht gehen«, erklärt Randy Allen, Senior Vice President der AMD Computing Solutions Group.

15.10.08

Acer verdrängt HP

Obwohl die Absatzzahlen von PCs stark anziehen, kann von Entwarnung keine Rede sein. Stark gefragt sind nämlich vor allem Mini-Notebooks, die Bruttoumsätze gehen zurück.
Im dritten Quartal sind laut den Analysten von Gartner 15 Prozent mehr PCs weltweit über den Ladentisch gegangen als im Vorjahr. Vor allem in EMEA sind Mini-Notebooks stark gefragt. Erhebliche Einbrüche gab es dagegen im nordamerikanischen Markt, vor allem im professionellen Segment. Auch in China und Lateinamerika läuft das Geschäft schleppend. HP hat das Trendthema Minis bisher verschlafen und hat deshalb in EMEA seine Position als Marktführer eingebüßt. Weltweit ist HP zwar immer noch Nummer Eins, aber auf unserem Kontinent liegt jetzt Acer vorn. Es ist das erste Mal seit der Übernahme von Compaq, dass HP seine Spitzenposition räumen musste.
In EMEA wurden in den letzten drei Monaten insgesamt 28,8 Millionen PCs verkauft. Acer hat jetzt einen Marktanteil von 20,6 Prozent, während HP bei 18,6 Prozent liegt.

8.10.08

Symantec verlost Space-Shuttle-Flug

Symantec schickt die Anwender seiner Software ins All. Ein Ticket für einen Flug in einem Spaceshuttle 62 Meilen über der Erde ist zu gewinnen.
Rund um den Launch der neuen, schnellen Norton Sicherheitssoftware ruft Symantec zum »Blast Off With Norton«- Wettbewerb in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf. Gewinn: Ein Trip in die Schwerelosigkeit mit einem Parabelflug – einem Flug, der die Schwerelosigkeit im All simuliert – und der Chance auf den großen Preis: ein Ticket für einen Flug in einem Spaceshuttle 62 Meilen über der Erde, Drei Teilnehmer können einen Schwerelos-Flug gewinnen und erfahren, wie es sich anfühlt, der Schwerkraft enthoben zu sein.
Weniger als 500 Menschen waren bisher im All und einer der glücklichen Gewinner kann schon bald Mitglied in diesem exklusiven Club sein.
Die Finalisten des Wettbewerbs erhalten ein Ticket für den Parabelflug, Reise und Unterkunft sowie die aktuelle Norton Sicherheitssoftware.
Der Wettbewerb läuft ab sofort bis zum 31. Dezember 2008.
Die Gewinner des Schwerelosfluges werden im Januar 2009 verkündet, der Gewinner des suborbitalen Fluges ins All im Februar.

AMD verabschiedet sich aus Dresden

AMD sucht die Rettung bei Investoren aus Abu Dhabi. Ein neues Joint Venture, die Foundry Company, soll die beiden Fabriken in Dresden weiterführen. AMD will sich aus seiner schon seit langem angespannten Situation mit einem Befreiungsschlag retten. Das Unternehmen wird in zwei Teile gesplittet, wobei sich der eine Teil auf die Chip-Entwicklung konzentrieren soll, der andere Teil auf die kostenträchtige Produktion. Möglich wird dies durch den Einstieg arabischer Investoren, der erst in diesem Jahr gegründeten Advanced Technology Investment Company (ATIC), die sich vollständig im Besitz des Emirates Abu Dhabi befindet. AMD und ATIC haben gemeinsam ein Joint Venture gegründet, die Foundry Company, AMD hält aber nur eine Minderheitenbeteiligung von 44,4 Prozent. Dennoch haben beide Eigner gleiche Stimmrechte. Für die Mitarbeiter in Dresden, die jetzt von Foundry übernommen werden, ist das zunächst eine gute Nachricht, denn ATIC hat versprochen, die Werke weiter auszubauen und in Sachsen sowie an einem Standort in den USA insgesamt 8,1 Milliarden Dollar in den nächsten fünf Jahren zu investieren. Zunächst startet Foundry mit einer Finanzspritze von 2,1 Milliarden Dollar seitens ATIC. In den Dresdner Fabriken sollen künftig nicht mehr exklusiv für AMD, sondern auch für andere Auftraggeber Chips hergestellt werden, was für eine bessere Auslastung sorgen soll. In Dresden sollen die Werke ausgebaut und erweitert werden. Foundry soll seine Geschäftstätigkeit mit insgesamt 3.000 Beschäftigten in Deutschland und den USA Anfang 2009 aufnehmen. Der Konzernsitz wird in Kalifornien sein, erster CEO soll Doug Grose, bisher Senior Vice President bei AMD, werden. IBM hat Foundry bereits als neuen Partner begrüßt und die Aufnahme in die IBM joint Development Alliance angekündigt. Allerdings ist unklar, ob der Deal von den US-Kartellbehörden durchgewunken wird, gilt doch die Chip-Produktion in den USA als sicherheitsrelevant. Bei AMD selbst steigt ein zweiter Investor aus Abu Dhabi ein, die Mubadala Development Company, ebenfalls vollständig im Besitz des Emirats Abu Dhabi. Mubdala ist aber älter und schon seit 2002 im Geschäft. Mubdala stockt seinen Anteil an AMD von derzeit 8,1 auf 19,3 Prozent auf. Eine Fragestellung betrifft das Cross-Licensing-Abkommen bezüglich der x86-Chips zwischen AMD und Intel. Intel will jetzt überprüfen, ob das Abkommen weiter gültig ist oder angesichts der neuen Eigentumsverhältnisse revidiert werden muss. Die Aktionäre reagierten auf die Nachrichten sehr positiv. In einem Börsenumfeld, das an der Nasdaq erneut von dramatischen Verlusten dominiert wurde (IBM minus 4,9 Prozent, Microsoft minus 6,7 Prozent), konnte AMD um 8,51 Prozent zulegen.