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6.2.08

Asus Eee PC rollt den Markt auf

Der Eee PC von Asus ist ein Riesenerfolg, obwohl das Unternehmen seine potenziellen Käufer völlig falsch eingeschätzt hat. In der ersten Verkaufswoche wurden in Deutschland 20.000 Geräte an den Mann gebracht.

Der Asus Eee PC ist eigentlich als Gerät für völlige Computer-Neueinsteiger gedacht. Nur sind die tatsächlichen Käufer anders gestrickt: »Wir hatten völlig unterschätzt, wie viele Linux-Freaks sich das Gerät zulegen,« sagt Lars Schweden, Product Manager Mobile Products bei Asus. Daneben sind es in erster Linie Käufer, die ein Zweit- oder Dritt-Gerät wollen, die sich für das 299 Euro teure und 920 g schwere Sub-Notebook interessieren. Auf der Cebit wollen die Taiwanesen verschiedene neue Varianten des Eee PC vorstellen. Ausdrücklich will der Hersteller das Gerät nicht als Notebook verstanden wissen: »Die Produktentwicklung ist völlig unterschiedlich. Wir haben für den Eee PC eine eigene Entwicklungsabteilung mit 1.200 Ingenieuren, die in erster Linie Erfahrungen mit Motherboards mitbringen«, berichtet Schweden. In der Praxis werden die Käufer diese feine Differenzierung aber wohl kaum beachten.

In Deutschland sind binnen einer Woche 20.000 Eees verkauft worden. »Am Anfang haben sich die Händler teilweise noch zurückgehalten, aber jetzt haben wir starke Nachbestellungen. Wir werden wöchentlich Nachschub nach Deutschland bringen«, so Schweden weiter. Er will sicherstellen, dass auch kleinere Händler beliefert werden, auch wenn zunächst die Großen Priorität haben.

Und die ursprüngliche Zielgruppe will Asus nicht aus den Augen verlieren: »Es kommen jetzt schon Schulen und Ministerien auf uns zu, die den Eee im Unterricht einsetzen wollen«, erklärt Schweden.

Unterdessen schläft die Konkurrenz nicht: MSI will zur Cebit ein ähnliches, aber mit einem 10-Zoll-Display größeres Gerät vorstellen.

Und Gefahren lauern auch: »Wenn der Eee so stark nachgefragt wird, wird es für Hacker lukrativ, spezielle Angriffe auf die dort installierte Linux-Variante zuzuschneiden«, vermutet Christoph Hardy, Senior Security Consultant beim Antiviren-Hersteller Sophos.

VG Wort siegt gegen HP

Die VG Wort, die Verwertungsgesellschaft und Interessenvertretung der Journalisten und anderer Autoren, hat im Streit um die Abgaben für Multifunktionsgeräte vor dem Bundesgerichtshof einen endgültigen Sieg gegen Hewlett-Packard errungen.

Der Streit war lang und wurde von beiden Seiten mit großer Erbitterung geführt. Jetzt ist die endgültige Entscheidung gefallen. Für Multifunktionsgeräte müssen die Hersteller künftig dieselben Abgaben wie für Kopierer leisten, damit die Rechte der Autoren gewahrt bleiben. Der Preis für die Endverbraucher dürfte damit steigen.

Der Bundesgerichtshof hat den Revisionsantrag des Druckerherstellers Hewlett-Packard zurückgewiesen. Das Gericht gibt damit endgültig der Position der VG Wort recht, wonach für Multifunktionsgeräte mit festem Vorlagenglas die gesetzlich festgelegten Vergütungssätze zur Abgeltung urheberrechtlich relevanter Vervielfältigungen zu bezahlen sind. In dem Musterverfahren hatte Hewlett-Packard die Ansicht vertreten, für diese Geräte sei nur der deutlich geringere Scanner-Tarif zu entrichten.

Für VG Wort-Vorstand Professor Dr. Ferdinand Melichar ist die Entscheidung erwartungsgemäß ausgefallen: »Die heutige Generation von Multifunktionsgeräten mit festem Vorlagenglas ist immer auch zum Kopieren von urheberrechtlich relevanten Inhalten geeignet und wird auch in maßgeblichem Umfang dazu genutzt. Schließlich hat dieser Gerätetyp das Nur-Fotokopiergerät, für das laut altem Urheberrechtsgesetz bis Ende 2007 feste Vergütungssätze zu entrichten sind, weitestgehend abgelöst. Es wäre darum nicht einzusehen gewesen, Multifunktionsgeräte anders zu behandeln.«

Die gestrige Entscheidung des BGH setzt einen Schlussstrich unter einen jahrelangen Rechtsstreit zwischen den Geräteherstellern und -importeuren sowie der VG Wort. Sie bezieht sich auf das bis Ende 2007 geltende Urheberrecht, das mit Inkrafttreten des »2. Gesetzes zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft« am 1. Januar 2008 abgelöst wurde. Nach dem neuen Urheberrecht sind Vergütungshöhen nicht mehr im Gesetz definiert, sondern werden zwischen der Industrie und den Verwertungsgesellschaften ausgehandelt.

HP hat bisher keine Stellungnahme zu dem Urteil abgegeben.