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8.7.09

Oracle 11 g Middleware geht an den Start

Die Oracle 11 g Middleware setzt auf eine komplett offene Infrastruktur. Bisher ist die IT zu spezialisiert, die Heterogenität sorgt für Komplexität, Inkompatibilität. Oracle nimmt dagegen nach eigenem Anspruch die Komplexität aus der Middleware heraus und bietet eine breitere Perspektive als der Wettbewerb.
Die Kunden stellen immer mehr rich Web-Applikationen bereit. Dies ergibt eine Gelegenheit für einen standardbasierten Layer für Anwendungen. Mehr als 90.000 Kunden gibt es bereits für die Oracle Middleware. Diese zeigen eine ähnliche Kundenzufriedenheit wie bei der Datenbank. Die Entwicklungscommunity ist groß und umfasst 1,2 Millionen Mitglieder. Mehr als 5.000 Softwarehersteller setzen auf die Oracle Middleware, es gibt 40.000 zertifizierte Systemhäuser, das ist das größte Partnerökosystem bei Middleware.
Mit dem Launch von 11 g gibt es Releases der SOA Suite, JDevolper und Weblogic. Es ist die
Basis für agile Geschäftsanwendungen, intelligentes Enterprise, löst Geschäftsprobleme und deckt neue Trends ab. 11g ist komplett, integriert und dabei Best of Breed.
Enthalten sind neue Entwickler und Portal Tools, Geschäftsprozessmanagement, soziale Netzwerke, zugeschnittene Anwendungen, Identity und compliance Management, Systemkonsolidierung und Security as a Service werden abgedeckt.
11g setzt auf 64 Bit, bietet private Cloud Funktionalität und bessere Storage-Nutzung,
2.000 Entwicklungsprojekte, über 7.350 Mannjahre Programmierung flossen in die 11 g Middleware ein. 20 Adivsory Groups mit 1.000 Kunden haben Input gegeben.
11 g Middleware ist die Basis der Application Integration Architecture. Auf Oracle Open World im Oktober kommt die neue Datenbankversion 11g R2 DB, die starke Vorteile gegen IBM und andere Wettbewerber bieten soll.
In Sachen Entwickler Tools hat sich einiges getan. Es gibt nun eine einzige integrierte Entwicklungsumgebung als standardbasiertes Framework. Sie erlaubt multi-channel Rich Internet Applications, vereinte Metadaten Management Customization, offenes Anwendungslebenszyklusmanagement und kann auch teilweise eingesetzt werden.
Jdeveloper ist nun für den ganzen Middleware Stack verfügbar. Wenn eine Policy einmal definiert ist, kann sie überall verwendet werden, dank einheitlicher Metadaten.
Der Enterprise Pack für Eclipse erlaubt die Open Source Entwicklung für objektorientierte und andere Modeling Frameworks.
Das Application Development Framework erlaubt es, jedes Element der Anwendung zu definieren und verschiedene Geräte, Kontroller, Modelle, zusätzliche Browser einzubinden. Die Fusion Desktop & Mobile sorgt für die out of the Box Integration mit Microsoft Office.
Der Common Metadata Manager ist ein Browser basierter Composer, modifiziert Geschäftsregeln und Module, schließt Lücke zwischen Business und IT.
Im Application Lifecycle Management gibt es zusätzliche Funktionalität, um die Komplexität zu entkoppeln, wie Pop-up-Fenster ohne DHTML. Flash wird als Renderer genutzt mit integrierten Skin-Selektoren (dies kann das Look and Feel der Anwendung verändern, ohne in die Applikation selbst einzugreifen). Drag and Drop in der Anwendung funktioniert.
Die Datenvisualisierung ist verbessert, Karten einblenden geht über den Oracle Map Server, Ein Texteditor sorgt in der Entwicklungsumgebung für leichtere Bedienung, für jeden Bereich. So kann man Bugs ansehen, der Manager kann den Prozess kontrollieren. Mit Chat Client geht das synchronisieren im Context, testen, Sourcecode ansehen.
In Sachen Serviceorientierte Architektur (SOA) gibt es nun eine standbasierte Event and Service Infrastruktur, die schneller ist und den multi-transport Service Bus nutzt. Es gibt den
vereinten Geschäftsprozess Layer und dokumentenbasierten Workflow.
Event Processing, Activity Monitoring, Governance and Policy Management,
SCA Runtime und gemeinsamer Metadaten Layer sorgen für die Architektur Integration,
Dies ist eine echte Revolution, nämlich die Interaktion mit Layern.
Der Service Bus Weblogic ist eine Business Process Platform, mit nativem BPEL und BPMN als Enterprise scale SOA Plattform.
Das Migrieren der dokumentenbasierten Workflows ist erleichtert, weil der Stellent Server zu Java migriert wurde.
Es ist leicht möglich, Geschäftsprozesse zu orchestrieren und Services hinzuzufügen. Die Composite Apps sind wizard-gesteuert. Genehmigungsprozesse und Geschäftsprozesse sind in Echtzeit zu überwachen.

Optimales Zusammenspiel: Windows Server 2008 R 2 und Windows 7

Dr. Klaus von Rottkay, Director Business Group Server & Tools bei Microsoft Deutschland, erläutert den Zeitplan für die Markteinführung von Windows Server 2008 R 2 und Windows 7: „Ende Juli kommen beide Produkte ins Release to Manufacturing (RTM), der 22. 10. ist offizieller Verkaufsstart.“ Rottkay sieht Handlungsbedarf bei Firmen, die noch ältere Versionen verwenden, denn der Extended Support von Windows 2000 läuft aus. Er sieht einen Marktanteil von 74 Prozent in Deutschland für den Windows Server. Eineinhalb Jahre nach der letzten Version kommt nun R 2 als erste reine 64-Bit-Version.
Ein völlig neues Produkt ist der Windows Server 2008 R 2 Foundation für Unternehmen mit 3 bis 14 PCs. Als integrierte Lösung gibt es daneben den Small Business Server bis 49 PCs und für noch größere Kunden den Essential Server.
Der Foundation Server ist ein Einstiegs-Server für File-Print oder Terminal-Services. Er ist limitiert pauschal bis 15 Seats, es sind keine CALs notwendig, verfügbar ist Foundation über OEM. Laut Rottkay gibt es bei deutschen und internationalen OEMs großes Interesse an Foundation Server, weil sie damit ein neues Marktsegment erschließen können.
Der eigentliche Windows Server 2008 R 2 bietet Mehrwert bei Servervirtualisierung, der Hypervisor ist überarbeitet. Ein Connection Broker ist enthalten, was virtuelle Desktop Infrastrukturen (VDI) einfacher macht. Eine Automatisierung durch erfolgt durch eine Benutzeroberfläche (GUI) für die Powershell-Sprache, Remote Desktop Services, ASP.Net auf Server Core. Sklalierbar ist der Windows Server 2008 R 2 bis 256 Prozessoren. Viele Features nutzen Windows 7, was auf der gleichen Codebasis basiert. Bei Powermanagement gibt es einen neuen Level, die Sicherheit ist verbessert.
Die neue Funktion Direct Accesserlaubt den Zugriff auf Intranet ohne VPN. Es gibt noch einige Probleme mit Direct Access, weil es spät hinzugefügt wurde. Die Bugs werden im RTM gefixed.
Eine weitere Neuheit namens Branch Cache soll Kosteneinsparungen beim Netzwerkbettrieb ermöglichen. Branch Cache fragt dazu den hosted Cache Server ab.
Die Zweigstellensicherheit ist mit Read-only Copies besser. Es gibt eine verbesserte Integration von Remote Apps und fehlertolerante VPNs. Das Power Management ist umfassender, einzelne Cores können abgeschaltet werden, die Clients auf ein gewisses Level eingeschränkt werden, etwa in Call-Centern.
Rachel Linnemann, Windows Commercial Business Group Lead bei Microsoft, betont: „Wir haben Kunden und Entwickler in die Entwicklung von Windows 7 eingebunden.“ Windows 7 erlaubt höheres Datenaufkommen und unterstützt mehr Endgeräte. Es gibt eine optimierte Navigation, ist hochverfügbar für Unternehmen, kann schneller booten, es gibt weniger Unterbrechungen. Windows 7 ist kompatibel zu sehr vielen ISV-Anwendungen und bietet bessere Mobilität, leichtere Vernetzung und Gerätemanagement. Neu sind erweiterte Schutzfunktionen, Automatisierung durch Powershell 2.0., das Application Compatability Toolkit. Die Software für Vista läuft auf Windows 7.
Search Federation ist schneller und sucht aus Datenbanken und Sharepoint, unterstützt Open Search Protokoll mit multimedialer Ansicht.
Direct Access erlaubt Zugriff auf Unternehmensdaten von überall. Unterstützt von IP v6, Administratoren können Rechner patchen, auch wenn User nicht eingeloggt ist.
Branche Cache reduziert Datenvolumen, weil Dokumente auf lokalem Speicherplatz gesichert werden. Dies erlaubt Kosteneinsparungen und verbessert Sicherheit.
Bitlocker to go gibt es jetzt auch für USB-Sticks. Die Group Policy Richtlinien erlauben Wiederherstellung von Daten von verlorenen USB-Sticks und Notebooks und dient so der Sicherheit.
App Locker schützt Daten am PC und blockt Schadsoftware.
Windows XP für Professional und Ulimate integriert Altanwendungen in Windows 7. Multi-Touch funktioniert, was neue Geschäfts- und Marktchancen eröffnet, es sind schon Geräte verfügbar, die Steuerung durch Berührung unterstützen.
Die Taskleiste hat jetzt selbe Funktion wie Quicklauch-Bar, es gibt eine Live Vorschau von geöffneten Anwendungen und eine Contextsensitive Jumplist.
Der Zugriff auf das Netzwerk erfolgt über Smartcard mit IPsec Tunnel, die IP v6 Adressen beschränken sich auf Zielserver. Eine Funktion namens Windows P verbindet einen Computer automatisch mit dem Projektor. Hosted Desktop Anwendungen konfigurieren sich automatisch, Anwender sehen nur die Anwendungen, auf die sie Rechte haben.
Es ist einfach möglich- Web-Applikationen als Remote-Applikation zu bauen und Installer Pakete zu bauen, so dass auch ohne Windows 7 kann diese Funktion genutzt werden kann. Auch Hosted Desktops können freigegeben werden über Hyper V Clusterknoten.
Der Redirector erhöht die Skalierbarkeit, VMs werden automatisch heruntergefahren, wenn sie nicht genutzt wird.
Anfang September werden die Preise für Unternehmen kommuniziert. Einige deutsche Kunden sind teilweise jetzt schon in Testinstallationen.

E-Mail-Archivierung durch Gesetz erzwungen

Die juristischen Vorgaben sind eindeutig. »E-Mails sind seit neuestem mit Firmenimpressum zu versehen und somit dem herkömmlichen Geschäftsbrief gleichgestellt. Sie müssen in revisionssicherer Form, also grundsätzlich vertraulich, unveränderbar und jederzeit verfügbar, aufbewahrt werden«, erklärt Dr. Jens Bücking, Gründungspartner der Rechtsanwaltskanzlei Emmert Schurer Buecking. Ein nachlässiger Umgang mit E-Mails kann sich vor dem Hintergrund der Datenschutzgesetze, der kaufmännischen Sorgfaltspflichten des Managements und der Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS) als schadensträchtig erweisen.
Für elektronische Rechnungen gelten in Deutschland besondere Vorschriften, die laut einer Studie von Retarus aber von 80 Prozent der Unternehmen nicht eingehalten werden. So tickt in vielen Buchhaltungen eine Zeitbombe, die bei der nächsten Steuerprüfung ein empfindliches Loch in die Bilanz reißen kann.
Ein Unternehmen muss sicher stellen, dass E-Mails über einen gewissen Zeitraum sicher aufbewahrt werden: Als so genannte »Handelsbriefe« unterliegen E-Mails schon von Gesetzes wegen der sechsjährigen Aufbewahrungspflicht des Handelsgesetzbuchs. Darüber hinaus können E-Mails auch steuerrelevant sein und müssen dann zehn Jahre aufbewahrt werden. Hierfür gelten die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GdPDU), die seit 2002 dem Finanzamt Prüfungsrechte einräumen. »Verstöße gegen Handelsgesetzbuch (HGB), Abgabenordnung (AO) und GoBS/GDPdU können mit Zwangsgeld, Schätzung und dem Verlust von Steuervorteilstatbeständen sanktioniert werden,« erklärt Bücking.

Erhebliche Risiken

Und auch die Praxis erzwingt es zunehmend. Eine Firma, die Güter in die USA exportiert, geht ein tödliches Risiko ein, wenn sie ihre E-Mails nicht aufbewahrt. Die dortigen Gerichte gehen sofort von Böswilligkeit aus, wenn eine E-Mail unauffindbar ist. Eine Millionenstrafe ist dann garantiert. Verhältnisse wie in den USA, wo schon etliche Manager großer Unternehmen wegen gelöschter E-Mails mehrjährige Gefängnisstrafen antreten mussten und die so genannte Compliance gemäß dem Sarbanes-Oxley-Act von den Behörden eisenhart durchgesetzt wird, haben wir zwar in Deutschland nicht. Die deutschen Finanzämter haben lange damit gezögert, die GdPDU auch anzuwenden, aber jetzt ist die Schonfrist vorbei: Wer demnächst eine Steuerprüfung anstehen hat und seine E-Mails nicht ordentlich verwaltet, sollte anfangen, sich ernsthafte Sorgen zu machen. De facto kann also kein Unternehmen mehr ohne E-Mail-Archiv auskommen.
Noch immer stecken viele Unternehmen vor dem Problem der wachsenden E-Mail-Berge den Kopf in den Sand. Wenn Sie den Mitarbeitern nur einen gewissen Speicherplatz zuweisen und alles, was darüber hinaus geht, löschen, werde es schon keine Probleme geben, hoffen kurzsichtige Administratoren. Dass ein solches Verhalten erhebliche rechtliche Risiken birgt und richtig teuer werden kann, hat sich noch nicht überall herumgesprochen.
Außerdem gehen auch immer mehr Dienstleister dazu über, Rechnungen nur noch in digitaler Form zu versenden. Egal, ob Lufthansa, Telekom, 1&1 oder Vodafone: Die Rechnung per Brief hat ausgedient. Und wer glaubt, die Rechnung vom Februar im nächsten Januar auf der Site des Dienstleisters wiederzufinden, hat sich geschnitten. Selbst auf Elster, dem Online-Portal der Finanzämter, werden elektronische Dokumente nur sechs Monate aufbewahrt, und die meisten Service-Provider halten es ebenso. Die bereits übliche Form der Papierdokumentation ist zwar auch für E-Mails noch in gewissem Rahmen möglich. Ein Ausdruck von E-Mails und deren Anhängen sowie die Ablage des Papiers, wie bisher in Aktenordnern, würde aber alle Vorteile der elektronischen Kommunikation konterkarieren. Bei steuerrelevanten Dokumenten, die mit einer qualifizierten digitalen Signatur versehen sind, gibt es keine Alternativen. Hier ist per Gesetz die elektronische Archivierung vorgeschrieben. Dem Kunden bleibt gar nichts anderes übrig, als selbst für eine ordnungsgemäße Aufbewahrung des elektronischen Schriftverkehrs zu sorgen. Zu einer richtig betriebenen E-Mail-Archivierung gibt es also keine vernünftige Alternative.

Geringere Kosten durch kleinere Mailboxen

Neben diesen rechtlichen Aspekten gibt es noch ein technisches Argument für den Einsatz von E-Mail-Archivierung. Je mehr die Mail-Boxen von Microsoft Exchange oder Lotus Domino anschwellen, desto länger dauern die Datensicherungsläufe mit konkurrierenden Zugriffen und desto mehr Ressourcen in Form von Platz auf den Sicherungsmedien werden gebunden. Dies verursacht erhebliche Mehrkosten. Noch gravierender sind jedoch die stundenlangen Wiederherstellungszeiten, falls die E-Mail-Server-Datenbank komplett neu aufgebaut werden muss. Während der Wiederherstellung ist kein E-Mail-Betrieb möglich. Entlastung ist also dringend geboten und nur mit einer E-Mail-Archiv-Lösung möglich.

Betriebskosten senken

Symantec bietet die E-Mail-Archivierungs-Software Enterprise Vault an. Die aktuellen Kundengespräche zum Thema Email-Archivierung lassen laut Symantec eine optimistische Prognose zu. Dem Kunden geht es aktuell darum, mit seinen Budgets effizient zu haushalten. »Unser Lösungsansatz verspricht dem Anwender, nicht nur das Risiko für dessen wichtige Daten, sondern auch die damit verbundenen Betriebskosten zu senken«, betont Mario Hoffmann, Senior Presales Consultant und Spezialist für Archivierung bei Symantec. Die Lösung Symantec Enterprise Vault liefert dem Kunden hierzu zahlreiche intelligente Funktionen, mit denen er den Herausforderungen im Storagemanagement begegnen kann. Ein wichtiger Vorteil: Der Anwender kann mittelfristig all jene Kosten reduzieren, die mit dem Speicherbedarf in Zusammenhang stehen.
Mehrere Kunden in Deutschland, auch aus dem Mittelstand, haben bereits Projekte mit Enterprise Vault umgesetzt. Darunter sind einige prominente Namen wie die AOK oder das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu finden. Viele Kunden fangen aber gerade erst mit dem Thema an. Bei den meisten Projekten handelt es sich daher um Neuimplementierungen. Der größte Motivationsfaktor ist noch immer die Storage-Optimierung. In den vergangenen zwei Jahren hat Symantec jedoch festgestellt, dass das Thema Compliance stark an Gewicht gewinnt. Auch in Deutschland werden immer mehr Anwender von rechtlichten Zwängen und Anforderungen geleitet.
Symantec veröffentlichte Ende 2008 die Version 8.0 von Enterprise Vault und Anfang April 2009 das erste Service Pack dazu. Kunden, die in Wartung sind erhalten die neue Software kostenfrei, die Partner nutzen die neuen Funktionen von Enterprise Vault um Dienstleisungspakte für Upgrades zu positionieren und sind damit zum Teil sehr erfolgreich. Ein anderer Punkt ist das Thema Migration von Mailservern, sei es von Exchange 2000 zu Exchange 2007 oder von Lotus Domino/Novell Groupwise nach Exchange und umgekehrt. Mit der Mailarchivierung lassen sich Migrationsrisiken reduzieren und die Migrationszeiten optimieren. Das Konsolidierungspotenzial ist übrigens generell mit der Einführung einer solchen Lösung gegeben und ist in fast allen Szenarien ein Thema.
Dr. Peter Röscher, Leiter Enterprise System Solutions bei dem Systemhaus GID GmbH, sieht E-Mail-Archivierung als ein Lösungsgeschäft, der mit einem hohen Beratungsanteil verbunden ist. Die Produkte müssen individuell nach den Bedürfnissen und der vorhandenen IT-Infrastruktur angepasst werden. GID kooperiert bei E-Mail-Archivierung mit den Herstellern Symantec und Autonomy. »Primär geht des den Kunden darum, ihre E-Mails rechtskonform zu archivieren. Darüber hinaus lautet das Ziel, Speicherkapazitäten von Mailsystemen zu entlasten und die diversen PST/NSF-Dateien in einem Archiv zusammenzuführen«, berichtet Röscher.
Auch IBM ist nicht untätig und hat ein spezielles IBM Angebot zur Email-Archivierung für Lotus Domino und Microsoft Exchange im Portfolio. Das Angebot beinhaltet ein Komplettpaket von Server, Speicherhardware und Software und bietet damit alle Komponenten, die für eine zuverlässige und gesetzlichen Anforderungen entsprechende Archivierung von Emails nötig sind. Rund um das Angebot hat IBM diverse Servicepakete für Beratung, Installation und Outsourcing geschnürt. Es ist zu einem Festpreis für 100 und 250 User verfügbar. Der Einstiegspreis beträgt etwa 20.000 Euro.

Appliance oder Hosting als Alternativen

Es bleibt aber immer noch genügend Raum für Alternativangebote, die für kleinere mittelständische Unternehmen eher geeignet und preisgünstiger sind.
Hier gibt es grundsätzlich zwei Ansätze: Die Archivierungs-Software in einer gebrauchsfertigen Appliance, also fertig konfigurierter Software in einem Hardware-Gehäuse, ausliefern, die ohne große Umstände in Betrieb genommen werden kann oder seine ganze Mail an einen Hosting-Provider auslagern, der sich dann um die ordnungsgemäße Archivierung kümmert.
Gehostete Lösungen machen laut den Analysten der Radicati Group schon 29 Prozent der Angebote bei E-Mail-Archiven aus. Allerdings ist diese Zahl auf die USA bezogen und dürfte in Deutschland erheblich geringer ausfallen. Der von Radicati angegebene Marktanteil von Appliances in Höhe von 20 Prozent dürfte dagegen auch auf die hiesigen Verhältnisse übertragbar sein.
Eine solche Appliance hat beispielsweise der schwäbische Hersteller Sfbit im Angebot. Das Reddox Mail Depot wird über den Distributor TLK vertrieben und bietet eine automatische, revisions- und manipulationssichere Archivierung aller E-Mails. Außerdem erlaubt das Produkt die problemlose Wiederherstellung von versehentlich oder vorsätzlich gelöschten E-Mails und entlastet den E-Mailserver durch Auslagerung der E-Maildateien. Der Nutzer kann Viren- und Spamfilter gemäß seinen Bedürfnissen einbauen. Die bedeutet einen Zeitgewinn für User und Administratoren durch benutzerfreundliche Zugriffsmöglichkeiten auf archivierte E-Mails. Das Reddoxx MailDepot bietet für diese komplexen Anforderungen eine kostengünstige Möglichkeit zur permanenten Archivierung aller E-Mails, die der Mailserver empfängt oder versendet.
Das Archiv wird in den Mailflow zwischen Firewall und Mailserver integriert. Dadurch ist die Umgehung der Archivierung durch Anwender ausgeschlossen, was den Verantwortlichen eine Zentnerlast von den Schultern nimmt. Denn es der Willkür der Angestellten zu überlassen, was archiviert werden soll und was nicht, heißt dem Missbrauch Tür und Tor öffnen.
»Unsere Appliance läuft sowohl mit Lotus Domino als Microsoft Exchange. Die Installation ist schnell durchführbar und nicht sehr komplex, sollte aber dennoch von einem Fachhändler durchgeführt werden«, erklärt Rolf Wensing, Leiter Vertrieb und Partnermanagement bei der SfbIT GmbH. Die Geräte kosten je nach Ausstattung und Nutzerzahl zwischen 790 und 9.000 Euro. Es gibt auch eine reine Software-Lösung als Vmware-Appliance.
Einen anderen Weg beschreitet die Firma Rent-a-Brain, die ihr E-Mail-Archiv iMarc als Software as a Service anbietet. Dieser Weg, die Software nicht mehr lokal zu installieren, sondern bei einem Dienstleister in dessen Rechenzentrum laufen zu lassen und zu mieten, setzt sich zunehmend durch. Imarc wird etwa beim Münchner Internet-Provider Spacenet verwendet. SpaceNet archiviert auf Wunsch alle ein- und ausgehenden Unternehmens-E-Mails.
Für eine solche gehostete Lösung sprechen die Kostenvorteile, weil Wartung entfällt, und die Entlastung des Kunden, der sich um nichts kümmern muss und trotzdem sicher sein kann, alle Auflagen zu erfüllen und jederzeit auf alte Mails zugreifen zu können.