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7.11.05

ITEM deckt Schwachstellen auf

Das Fraunhofer-Institut hat eine neue Methodik namens IT Evaluation Management (ITEM) entwickelt. Der Distributor Magirus hat damit schon nach kurzer Zeit Erfolge erzielt. Ob Investitionen in die IT-Infrastruktur sinnvoll sind oder nicht, ist eine Frage, die viele Unternehmen bisher nur unzureichend beantworten können. Auch die Frage, ob Ressourcen sinnvoll verteilt sind und zur Lösung von anstehenden Problemen ausreichend oder gar überdimensioniert sind, ist den meisten Chefs nicht klar. Das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST hat jetzt eine Methodik, genannt IT Evaluation Management (ITEM), entwickelt, mit dem auch Nichtfachleute einen klaren und einfachen grafischen Überblick über den Geschäftswert der IT erhalten. Mit beteiligt an der Entwicklung war das Beratungsunternehmen IT Advisory Group, ein Tochterunternehmen des Distributors Magirus. ITEM besteht aus einem Katalog von sage und schreibe 24.000 Fragen, die sämtliche Fragestellungen in Zusammenhang mit der IT abdecken sollen. Die Zahl der Festplatten wird genauso abgefragt wie die Software-Lizenzen und vieles weitere: Im einzelnen Unternehmen kommt allerdings nur eine modulare Auswahl der Fragen zur Anwendung. Dabei wird toolunterstützt gearbeitet: ITEM basiert auf Standards wie ITIL oder balanced Score Card. Die Ergebnisse werden in einer einfachen Ampelgrafik dargestellt (grün=keine Probleme, gelb=geringe Probleme, rot=erhebliche Probleme). »Durch diese Form der Darstellung wird sehr klar deutlich, wo Handlungsbedarf besteht. Das verstehen auch Betriebswirte, die von Computern keine Ahnung haben» betont Lars Büchel, Vorstand der IT-Advisory Group. Der Distributor Magirus führte ein solches Assessment durch, weil sich der Vorstand über folgende Fragen Klarheit verschaffen wollte: Liegen wir mit der Einschätzung der Ausfallsicherheit unserer Systeme richtig? Ist es sinnvoll, dass wir bei unserem Warenwirtschaftssystem nach wie vor auf eine Eigenentwicklung setzen oder sollten wir eine Standard-Software anschaffen? Die Ausfallsicherheit ist für Magirus ein besonderes Thema, weil der Distributor über Geschäftstellen im arabischen Raum verfügt, wo auch sonntags gearbeitet wird. 24*7 Verfügbarkeit ist deshalb kein bloßes Schlagwort. »An sich ist es bei uns kein großes Thema, wenn ein Server ausfällt. Dann holen wir aus unserem Lager in Straßburg einfach einen neuen«, erklärt Axel Feldhoff, Vorstand von Magirus. Dennoch wollte das Unternehmen nun genau wissen, ob es die verfügbaren Mittel effizient nutzt und wo Schwachstellen sind. Das Assessment wurde gemeinsam von der internen IT-Abteilung und den Beratern der IT Advisory Group durchführt. Insgesamt dauerte das Projekt etwa drei Wochen, Kosten von 50.000 Euro fielen an (18.850 Euro interne Kosten, der Rest für die Berater). »Mit einem geringen zeitlichen Aufwand haben wir gezielte Verbesserungsvorschläge und Grundsätze für unsere tatsächliche Planung und Umsätze erhalten«, so Feldhoff. Es habe sich gezeigt, dass die Schwachpunkte vorher falsch eingeschätzt wurden. Zu viele Ressourcen wurden eingesetzt, um einen Systemausfall zu verhindern, aber zu wenige, um die Systeme nach einem Ausfall wieder hochzufahren. Das hauseigene Warenwirtschaftssystem entpuppte sich entgegen anfänglicher Zweifel als zukunftssicher. »Letztlich haben wir durch eine effizientere Nutzung unserer Assets die Schnelligkeit der Kommunikation mit unseren Fachhändlern steigern können«, betont Feldhoff. Zudem wurde ein Anwendungsentwickler eingespart. Das Fraunhofer Institut will noch weitere Pilotprojekte durchführen und die ITEM-Methodik zunächst allein vermarkten: »Uns liegen aber bereits zahlreiche Anfragen von Beratungsunternehmen vor. Auf mittlere Sicht werden wir wahrscheinlich die Methode auch an Systemhäuser lizenzieren«, erklärt Prof. Herbert Weber, Institutsleiter von Fraunhofer ISST.

Partner helfen Novell aus der Krise

Novell hat in diesem Jahr einige Nackenschläge hinnehmen müssen. Das vor Jahresfrist eingeführte neue Partnerprogramm scheint sich aber zu bewähren: Auf der Novell-Tour konnte das Unternehmen hohen Zuspruch von Händlern verzeichnen.
Nein, ein Glücksjahr war 2005 für Novell bestimmt nicht, vor allem nicht in Deutschland. Im deutschsprachigen Management gab es einen erheblichen Aderlass. Besonders signifikant waren die Abgänge von Geschäftsführer Horst Nebgen und Channel-Chefin Petra Heinrich. Die Umsätze mit Software-Lizenzen befinden sich im stetigen Sinkflug. Zudem trennt sich das Unternehmen von 600 Beschäftigten. Aber es gibt durchaus Anzeichen, dass die Zukunft für die Messman-Company besser aussieht als die Vergangenheit: Die Fachhandelspartner vertrauen jedenfalls darauf, dass neue Produkte und eine klar auf Linux ausgerichtete Strategie erfolgreich sein werden. Das drückt sich klar in Zahlen aus. Auf der diesjährigen Novell-Tour waren die Partner-Stände ausgebucht. Die Zahl der Teilnehmer insgesamt ist um 20 Prozent gestiegen. In diesem Jahr erstmals präsent ist die neu gegründete deutschsprachige User-Group »Groupwise & Friends«, die die Interessen von Anwendern und Fachhändlern vertreten will. Seitdem sie auf der Cebit erstmals an die Öffentlichkeit trat, hat die neue Gemeinschaft schon über 200 Mitglieder gewonnen. Den neuen Versionen der Mail-Lösung Groupwise und der Systemmanagement-Suite Zenworks werden von Analysten gute Marktchancen eingeräumt: »Ich erwarte, dass die neue Zenworks-Version vor allem im Mittelstand zulegen kann und dem Marktführer Microsoft Sytems Management Server deutlich Marktanteile abnehmen wird,« sagt Dr. Thomas Mendel, Vice President und Research Director EMEA beim Marktforschungsunternehmen Forrester. Der MS SMS hat einen Marktanteil von etwa 40 Prozent, Zenworks ungefähr zehn Prozent. Gute Verkaufschancen für das Novell-Produkt sieht auch Harald Gemmer vom Novell Platin-Partner Carpe Diem: »Wir haben 60 Prozent mehr Zenworks-Neukunden im Windows-Umfeld.« Auf der Linux-Seite hat Novell für den Open Exchange Server erstmals Zahlen ausgewiesen: Im dritten Quartal zeichnete das Kernstück der Linux-Strategie für Umsätze von 31 Millionen Dollar verantwortlich. »Unsere Netzwerk-Partner können die Kunden zusehends von den Vorteilen einer Migration in Richtung Linux überzeugen«, ist sich Robert Schmitz, Director Channel Sales bei Novell, sicher. Besonders erfreut ist er darüber, dass zahlreiche Partner den Sprung vom Silber- zum Gold-Status geschafft haben. Vor allem für das Zukunfts-Thema Linux auf dem Desktop sollten sich die Händler jetzt schon qualifizieren. Zeitnäher winken Projekte im öffentlichen Raum. Laut Schmitz haben bereits mehr als 100 Gemeinden Interesse an einem speziell auf Kommunen zugeschnittenen Novell-Angebot geäußert: »Ab nächstem Frühjahr winken hier große Umsätze.« Mit einem Influencer-Bonus will die Messman-Company hier auch die Partner finanziell belohnen, die das Geschäft mit dem öffentlichen Auftraggeber angeschoben haben, aber schließlich in der Ausschreibung nicht zum Zuge kommen.